3:3 im Flutlicht-Krimi: Ndikom küsst die Preußen wach Er kam, sah – und traf! Mit einem Traumtor zum 3:3 rettete Montell Ndikom seinen Preußen zumindest einen wertvollen Punkt gegen Saarbrücken Was für eine Dramatik, was für ein wildes Spiel.

Das Duell der Bundesliga-Gründungsmitglieder zwischen Münster und Saarbrücken war definitiv nichts schwache Nerven... 3:3 im Flutlicht-Krimi.

Ndikom küsst die Preußen wach! 12.694 Zuschauern im Stadion an der Hammer Straße (ausverkauft im Heimbereich) wurde am sechsten Drittliga-Spieltag ein wahres Spektakel geboten.

Mit zwei völlig unterschiedlichen Hälften. Die erste ging ganz klar an die Gäste aus dem Saarland, während die Hausherren nach dem Seitenwechsel die Partie auf links drehten.

Am Ende stand eine Punkteteilung, die unter dem Strich völlig gerecht war. Auch wenn Saarbrückens Trainer Agirios Giannikis (46) das unmittelbar nach dem Abpfiff noch etwas anders sah.

Er ärgerte sich vielmehr über zwei verlorene Zähler. Da schlägt's ein!

Preußen-Kapitän Torge Paetow (l.) und Keeper Morten Behrens (r.) konnten in dieser Szene das 3:1 der Saarbrücker durch Florian Pick nicht verhindern

Durchaus nachvollziehbar. Immerhin starteten seine Jungs furios in diese Begegnung.

Ihre frühe Führung bereits in der 4. Minute. Einen Flatterschuss von Caligero Rizzuto (34) aus über 20 Metern konnte Preußen-Keeper Morten Behrens (29) nur nach vorne abprallen lassen – direkt vor die Füße von Alexander Staff (18).

Der staubte mühelos zum 1:0 für die Saarländer ab. Münsters nächster Schnarchanfall nach 20 Minuten.

Diesmal war's Kelsey Owusu (22), der mit einem Wahnsinns-Solo über 50 Meter die halbe Preußen-Mannschaft austanzte und die Kugel zur Krönung aus 16 Metern mit links unten rechts zum 2:0 im Kasten versenkte. Preußen-Coach Thomas Wörle (46) einsichtig: „Keine Frage, die Anfangsphase haben wir regelrecht verschlafen.“ Womöglich auch, weil seine junge Truppe nach dem Auswärtssieg vom Sonntag bei Stuttgart II (2:1) einen Tag weniger Zeit zur Regeneration hatte als der Gegner.

Wörle: „Das darf man nicht unterschätzen. Umso stolzer bin ich, mit welcher unfassbaren Energie und Mentalität wir uns ins Spiel zurückgekämpft haben.“

Dabei gab's nach dem Anschlusstreffer von Charalambos „Babis“ Makridis (29), der eine Rechtsflanke von Louis Kolbe (22/21.) aus kurzer Distanz einnickte, zunächst noch einen weiteren Rückschlag.

Ausgerechnet Ex-Preuße Florian Pick (31), inzwischen Kopf und Kapitän der Saarländer, erhöhte nach einer halben Stunde auf 3:1. Mutterseelenallein am langen Pfosten brauchte er das Spielgerät nur über die Linie zu drücken. Die pure Freude bei Saarbrückens Kingsley Owusu, der vor seinem Tor zum zwischenzeitlichen Gäste-2:0 die Preußen reihenweise austanzte

Trotzdem deuteten die „Schwarz-Weiß-Grünen“ noch vor der Pause an, dass sie sich nicht so leicht geschlagen geben wollten.

Erst traf Samuel Althaus (19) bei seiner Startelf-Premiere aus der Drehung lediglich die Querlatte (36.), ehe Marvin Schulz junior (22) kurz darauf eine Flanke von Makridis nicht einschädeln konnte. Weil er mit 1,72 Metern einfach ein paar Zentimeter zu klein war, um die nötige Wucht hinter den Ball zu bringen.

Die aber zeigten die Preußen dann nach dem Wiederanpfiff. Mit Blickrichtung auf die eigene, lautstarke Fiffi-Gerritzen-Fan-Tribüne drehten sie den Gashahn voll auf.

Mit raschem Erfolg. Zunächst köpfte Innenverteidiger Lukas Zeller (26) nach Freistoß von Ryan Johansson (25) das umjubelte 2:3 (57.).

Doch damit nicht genug. Während Saarbrückens wachsende Verunsicherung nun deutlich zu spüren war, bewies ein Münsteraner mächtig Mut.

Mit der ersten Ballberührung nach seiner Einwechslung nahm sich Montell Ndikom (21) ein Herz und schweißte den Ball aus über 20 Minuten unhaltbar rechts oben in den Winkel. Ein Traumtor zum verdienten Ausgleich.

Bereits das dritte Liga-Tor des Neuzugangs von Hannover II. Ndikom hinterher glücklich: „Ich hab’ nicht groß nachgedacht, einfach voll draufgehalten.

Sicherlich der bislang schönste Treffer meiner jungen Profi-Laufbahn.“

Preußen in Flammen! Während die Fans auf der Fiffi-Gerritzen-Kurve direkt nach der Pause ein Feuerwerk auf der Tribüne abfackelten, legten die Mannschaft im zweiten Durchgang auf dem grünen Rasen nach

In der Schlussphase wurde es dann ein offener Schlagabtausch, drückten beide Teams auf den „Dreier“.

Die größte Chance dazu besaß Saarbrücken-Stürmer Kai Brünker (32), der in der 83. Minute per Kopfball aus kürzester Distanz an Behrens scheiterte. Mit seinem Super-Reflex machte Münsters Torwart nicht nur seinen Fehler vorm 0:1 wieder gut, sondern rettete er zugleich das wertvolle Remis.

Fußball-Herz, was willst du mehr? Dieser Krimi hätte nach 94 aufregenden Minuten auch keinen Verlierer verdient gehabt...

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