Dieses Derby kostet Nerven: Leipzig zittert nach Neun-Tore-Führung in Dresden Kampf um den Ball: Dresdens Oliver Seidler (r.) gegen Leipzigs Luka Rogan. Was für ein Derby!

Bundesliga-Absteiger DHfK Leipzig gewinnt den Zweitliga-Gipfel beim HC Elbflorenz Dresden mit 37:35, hätte dabei in den letzten 12 Minuten fast noch eine Neun-Tore-Führung verspielt. Vor 2700 Zuschauern in der ausverkauften Dresdner Ballsport Arena erwischen die Leipziger Dank einer starken Leistung von Abwehr und Keeper Tomas Mrvka den deutlich besseren Start, führen schon nach knapp zehn Minuten mit 7:2.

„Wir stolpern in das Spiel rein, das darf uns nicht passieren“, meinte HCE-Kreisläufer Oliver Seidler nach dem Spiel.

„Der Rückstand aus der Anfangsphase bricht uns das Genick, dem laufen wir das ganze Spiel hinterher. Wir verwerfen viel zu viel, machen einfache Fehler und sind hinten nicht griffig genug.“

Nach 47 Minuten ist das Duell der zwei Aufstiegs-Aspiranten, die mit je drei Siegen in die Saison gestartet sind, beim Stand von 32:23 für Leipzig praktisch entschieden.

DHfK-Trainer Frank Carstens: „Wir haben 45 Minuten hervorragend gespielt, das war die beste Leistung der bisherigen Saison.“ Frustration dagegen bei den Dresdnern. Kapitän Sebastian Greß: „Es darf uns nicht passieren, in einem Top-Spiel mit neun Toren zurückzuliegen.

Das geht einfach nicht.“

HCE-Trainer Andre Haber musste sich seinem Ex-Klub Leipzig geschlagen geben

Immerhin startet der HCE in der Schlussphase noch eine irre Aufholjagd, kommt bis auf zwei Tore ran. Trainer André Haber, der sich gegen seinen Ex-Klub viel mehr ausgerechnet hatte: „Wir haben am Ende Moral bewiesen und alles reingepackt.

Aber die Hypothek war zu groß.“

Dresden am Dienstag im Pokal gegen Hamburg

Während sich Leipzig jetzt in Ruhe und mit viel Selbstvertrauen auf das nächste Zweitliga-Heimspiel am Sonntag (17 Uhr) gegen Bayer Dormagen vorbereiten kann, muss Dresden schon am Dienstag (18.30 Uhr) in der 2. Runde des DHB-Pokals in eigener Halle gegen Bundesligist HC Hamburg ran. Die Vorfreude darauf ist nach der Pleite gegen Leipzig erstmal gedämpft.

„Wir haben nicht gesagt, dass wir den DHB-Pokal gewinnen wollen, sondern dass wir aufsteigen wollen“, stellt Seidler klar. „Trotzdem werden wir Vollgas geben.

Wenn uns Hamburg eine Chance gibt, werden wir die auch nutzen. Aber der volle Fokus liegt auf der Liga.“

Eine Pokal-Sensation gegen die Hamburger, die man schon vor einem Jahr rauskegeln konnte, wäre für den harten Aufstiegskampf zumindest moralisch hilfreich...

Haben Sie Fehler entdeckt? Möchten Sie etwas kritisieren?

Dann schreiben Sie uns gerne!