München oder KölnRheinRuhr?: Der Olympia-Showdown! So stellen sich die Verantwortlichen Olympia in München vor Samstag, kurz vor 14 Uhr, Kurhaus Baden-Baden.

Der Moment, in dem ganz Sport-Deutschland kurz den Atem anhält. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (70) tritt auf die Bühne.

Vor ihm: ein Umschlag. Darin nur ein Blatt Papier.

Und darauf steht ein Name: Berlin, München oder KölnRheinRuhr! Mit dieser einen Entscheidung beginnt Deutschlands Jagd auf die Olympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044.

Zwei Jahre lang haben die Bewerber um Stimmen, Unterstützung und Vertrauen gekämpft.

Jetzt kommt es zum Finale. Die ARD überträgt live.

Dabei wirkt vieles schon entschieden ... Denn während die Olympia-Verantwortlichen offiziell weiter von drei Bewerbern sprechen, rechnen Insider nur noch mit einem Zweikampf: München gegen KölnRheinRuhr!

Für Berlin stehen die Zeichen dagegen auf Sturm. Nach den Wahlen zum Abgeordnetenhaus am Sonntag drohen komplizierte Koalitionsverhandlungen.

Klar ist: Der Sieg der Olympia-kritischen Kräfte der Linken erschwert die Berliner Bewerbung massiv. Hinter den Kulissen wird deshalb bereits darüber spekuliert, ob die derzeit noch CDU-geführte Hauptstadt ihre Kampagne noch vor der Abstimmung zurückziehen könnte.

Deshalb richtet sich der Blick vor allem auf Bayern und Nordrhein-Westfalen. Lange galt München als klarer Favorit.

Die Erinnerungen an die Olympischen Spiele von 1972, die vorhandenen Sportstätten und die enorme Unterstützung aus Politik und Sport schienen den Ausschlag zu geben. Doch NRW hat aufgeholt!

Olympia in Deutschland: München oder KölnRheinRuhr? Berlin schießt sich selbst ins Aus

Mit einer offensiven Kampagne und einer geschlossenen Präsentation konnten die Rheinländer in den vergangenen Monaten Pluspunkte sammeln.

Ihr Konzept verspricht mehr als 17 Mio. Tickets – deutlich mehr als München.

Trotzdem sehen zahlreiche Olympia-Kenner die Bayern weiterhin knapp vorne. In München geht man davon aus, mehr als 50 Stimmen sicher zu haben.

In NRW rechnet man mit rund 40. Insgesamt werden 143 Stimmen vergeben, nachdem eine Stimmberechtigte ihre Teilnahme abgesagt hat. Die 42 Spitzenverbände des deutschen Sports verfügen jeweils über drei Stimmen, hinzu kommen Athleten, Funktionäre und Persönlichkeiten des Sports.

Auch Hockey-Olympiasieger Moritz Fürste (41) darf abstimmen. Er zu BILD: „Ich tendiere aktuell zu München oder Köln.

Mal sehen.“

Die Wahl selbst läuft unter Bedingungen, die fast an eine Staatsgeheimnis-Aktion erinnern. Die Stimmen werden elektronisch abgegeben und in einem abgeschotteten Raum ausgewertet.

Zugang haben nur eine Notarin, ein Techniker und ein Mitglied des Wahlausschusses. Kontakt zur Außenwelt ist ausgeschlossen.

Handys müssen abgegeben werden. Selbst eine eigene Toilette gehört zum Sicherheitskonzept.

Noch vorher gibt es einen wichtigen Hinweis auf die Stärke der Bewerbungen. Am Dienstag veröffentlicht die Evaluierungskommission ihre Bewertung der drei Konzepte.

Die Experten haben die Bewerbungen monatelang geprüft und nach einem komplizierten Punktesystem bewertet. Maximal sind 100 Punkte möglich, alles über 80 gilt als stark.

Wie aufwendig die Prüfung war, zeigt ein kurioses Beispiel: Um die Erreichbarkeit der Wettkampfstätten zu bewerten, mussten Mitarbeiter nachts um drei Uhr Fahrzeiten via Google Maps simulieren. Es wurde dreimal an nicht aufeinanderfolgenden Tagen überprüft, wie schnell Athleten vom Olympischen Dorf ihre Sportanlage erreichen würden.

In jeder Stadt. Für jede Sportart.

Spötter sagen, das Punkteverfahren sei typisch deutsch: so kompliziert konzipiert, dass es kracht. Wer am Samstag die Wahl in Baden-Baden gewinnt, hat noch lange keine Olympischen Spiele.

Er hat nur das deutsche Bewerber-Ticket gelöst. Die Konkurrenz wird stark.

Katar. Indien.

Vielleicht Madrid. Sie wollen gegen Deutschland antreten.

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