Mecklenburg-Vorpommern: Wut-Abiturientin wehrt sich gegen AfD-Wahlkampf Ellenor Bockentin (18) hielt eine wütende Abi-Rede, nachdem es in ihrem Jahrgang eine hohe Durchfallquote gab Schwerin/Hagenow – „Fickt euch einfach nur alle!“ Mit diesem Satz wurde Ellenor Bockentin (18) im Sommer bekannt. In ihrer Abi-Rede am Gymnasium in Hagenow prangerte sie die hohe Durchfallquote ihres Jahrgangs an, kritisierte häufige Lehrerwechsel, und Unterrichtsausfälle.
Rund jeder dritte Schüler hatte das Abitur nicht bestanden. Die AfD macht mit ihrer Rede Wahlkampf.
Leif-Erik Holm, AfD-Kandidat fürs Ministerpräsidentenamt, erwähnt die Schülerin in jeder seiner Wahlkampfreden, zuletzt sogar im TV‑Duell. Auf BILD-Nachfrage macht die 18-Jährige jetzt deutlich, was sie davon hält.
„Ich finde das überhaupt nicht gut“, sagt Bockentin. Der Grund: „Weil ich nicht hinter dem Wahlprogramm der AfD stehe.“ Sie erzählt, dass Holm das Gespräch mit ihr gesucht habe.
Doch Bockentin lehnte das ab. „Ich habe das abgelehnt, weil ich nicht mit der AfD in Verbindung gebracht werden möchte.“ Außerdem sei das Thema für sie persönlich abgehakt.
Ob sie der AfD zutraut, das Bildungsproblem im Land zu lösen, weiß sie nicht. Beim AfD-Wahlkampffinale in Neubrandenburg: Auch an diesem Abend hat AfD-Kandidat Leif-Erik Holm (56) die Rede der Abiturientin Ellenor Bockentin erwähnt
„Die Probleme, von denen ich da erzählt habe, sind doch schon lange bekannt“, sagt Bockentin.
Deshalb frage sie sich: „Warum wird gerade jetzt immer wieder meine Rede aufgegriffen? Warum hat sich niemand von der AfD direkt nach der Rede bei mir gemeldet?“
Für sie ist klar: Die Missstände an den Schulen müssten diskutiert werden.
Dass ihre Abi-Rede Monate später noch immer als Wahlkampf-Argument in Mecklenburg-Vorpommern herhalten muss, kann sie nur schwer nachvollziehen. „Ich finde, es ist ein bisschen unnötig, da immer wieder auf diese Rede zu sprechen zu kommen.“
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