Aus 583 Kilometern im All: So schützen Berliner Satelliten Pipelines und Bahntrassen In doppelter Formation fliegen die deutschen Satelliten im All, können so 3-D-Bilder erzeugen Berlin – Man kennt das von der Meyer Werft in Emden oder der Lufthansa, große Unternehmen eben. Der Staat sichert Geschäfte ab.
Jetzt bekommt erstmals ein Berliner Startup eine staatliche Bürgschaft für den Fall, dass es schiefgeht. 20 Millionen Euro für die Produktion eigener Satelliten.
Die Bedingung: Sie sind rundum made in Germany. Sie werden ab 2028 im All ausgesetzt, liefern aus 583 Kilometern Entfernung hochaufgelöste Bilder in 3-D.
Der Clou: Die neuen Satelliten fliegen immer zu zweit. Wie Zwillinge, daher der Name des Projekts „Twinspektor“.
Sie überfliegen jeden Fleck der Erde etwa einmal die Woche, mit 7 km/s. Und zwar so hochauflösend, dass man zum Beispiel Baustellen erkennt und Pipeline-Betreiber vor möglichen Gefahren durch Bagger oder Rammen warnen kann.
Oder Bahn-Unternehmen vor absterbenden Bäumen, die beim nächsten Sturm die Trassen blockieren könnten. Bis ein Bild von der Firma beim Kunden ist, vergehen nur anderthalb Stunden.
Zehn Jahre müssen Satelliten liefern
Derzeit hat Deutschland keinen einzigen kommerziellen Satelliten-Betreiber, der hochauflösende Bilder liefert. Nur die Bundeswehr hat welche – aber zu wenige.
Deshalb kommt jetzt die Kreuzberger Firma LiveLeo (160 Mitarbeiter, gegründet 2018) ins Spiel. Bislang mieten sie sich Kapazitäten bei einer US-Firma, in Zukunft ist alles im eigenen Land gefertigt – aus Sicherheitsgründen, um die nationale Infrastruktur zu schützen.
Die eigenen Satelliten machen nach drei Jahren Gewinn und haben eine Lebensdauer von zehn Jahren – bevor die nicht verglühten Reste kontrolliert in den Pazifik stürzen. Finanzsenator Stefan Evers hockt vor dem Modell des Satelliten.
Hier fehlen noch die Solarpaneele mit 3,80 Meter Spannbreite. Allein die Kamera kostet 5 Millionen Euro.
Der graue Spiegel in der Mitte wird von der Firma Zeiss 12 Monate lang poliert
Die Botschaft von der genehmigten Bürgschaft überbrachte Finanzsenator Stefan Evers (46, CDU) der Firma in dieser Woche persönlich: „Berlin bietet eine Menge Voraussetzungen: Wir haben Stärken in KI-Analyse, wir haben Wissenschafts-Forschung und wir haben hier die Bundesregierung und das Verteidigungsministerium mit der Vernetzung zur Nato. Wir reden in Berlin ja nicht von Panzerproduktion.“ Aus seiner Sicht geht es um einen doppelten Nutzen: „Es geht nicht nur um Verteidigung, sondern um eine große Bandbreite, etwa die Abholzung von Wäldern.“
Der aktuelle CDU/SPD-Senat hat Ende 2025 beschlossen, gezielt auch Verteidigungs-Start-ups zu fördern.
Firmengründer Daniel Seidel (37): „Wir schauen natürlich genau auf die bevorstehende Berlin-Wahl. Ohne eine solche Bund-Berlin-Bürgschaft würde unsere Produktion länger dauern.
Jetzt haben wir den Anstoß für die eigene, unabhängige Satelliten-Mission.“
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