CDU-Mann fordert ihren Rücktritt: „Was soll das?“ Klingbeil wütet nach Angriff auf Bas Sozialministerin Bärbel Bas soll die geplante Rentenreform im Bundestag umsetzen Berlin – Christian von Stetten (56, CDU) hat in ein Wespennest gestochen. Am Freitag forderte der Vorsitzende des Parlamentskreises Mittelstand (PKM) der Union in BILD den Rücktritt von Sozialministerin Bärbel Bas (58, SPD).
„Die Ministerin ist nicht mehr tragbar“, sagte er. Seit Monaten blockiere sie die Reformen, „die unser Land so dringend braucht“.
Die SPD reagiert wütend. Lars Klingbeil (48), zusammen mit Bas Vorsitzender der SPD, sagt empört: „Was soll das?“ Und weiter.
„Was soll das? Wir sind in verdammt schwierigen Zeiten.
Wir müssen zusammenhalten in einer Regierung“, sagte der Finanzminister und Vizekanzler im niedersächsischen Celle. Klingbeil brachte sogar die „zweite Mehrheit“ ins Spiel, die es im Bundestag gebe, nämlich die von Union und AfD.
„Das will ich nicht“, sagte er. „Und ich hoffe, dass das viele in der Union auch nicht wollen, aber wenn ich solche Kommentare wie gestern höre, dann frage ich mich schon: Wohin zieht es eigentlich einige in der CDU?“ Christian von Stetten hatte in BILD auch Klingbeil angegriffen und dessen Haushaltsentwurf als „nicht zustimmungsfähig“ bezeichnet.
Sozialministerin Bärbel Bas (58) soll die geplanten Sozialreformen im Bundestag umsetzen
SPD-Chef Lars Klingbeil (48) kritisierte die Rücktrittsforderung aus der CDU bei einer Wahlkampfveranstaltung in Celle
Auch andere SPD-Leute stellten sich hinter der Arbeitsministerin und SPD-Co-Chefin. Bas-Vertraute und -Sprecherin Annika Klose (34) zu BILD: „Bärbel Bas hat in diesem Jahr ein Gesetz nach dem anderen vorgelegt und stimmt ihr Vorgehen eng mit dem Kanzler ab.
Die Erzählung der Union, sie würde blockieren und nicht liefern, ist kalter Kaffee und nicht wahr.“
Sozialpolitikerin Annika Klose (34) verteidigt Ministerin Bas
„Vielleicht sollte Herr von Stetten erst einmal entscheiden, ob er Teil einer Regierungskoalition oder der Opposition sein möchte“, sagte der SPD-Gesundheitspolitiker Christoph Pantazis (50) zu BILD. „Gerade nach Sachsen-Anhalt sollten wir alle verstanden haben: Die Menschen erwarten von Union und SPD, dass wir Probleme lösen.
Öffentlicher Koalitionskrach und persönliche Angriffe helfen dabei niemandem – außer den politischen Rändern.“
„Von Stetten hat mal wieder tolle 5 Minuten“
Philipp Rottwilm (42), Finanzexperte in der SPD-Fraktion, sagt bissig über den PKM-Chef zu BILD: „Christian von Stetten hat mal wieder seine tollen 5 Minuten. Das passiert leider alle paar Wochen – daran haben sich in Berlin schon alle gewöhnt.“
Christian von Stetten ist Vorsitzender des Parlamentarischen Mittelstandskreises in der CDU/CSU-Fraktion
SPD-Linksausleger Ralf Stegner (66) ätzte auf X: „CDU-Mann von Stetten scheint im heißen Sommer ein bisschen viel Sonne abbekommen zu haben.
Die Sozialministerin anzumachen, den Koalitionsvertrag ignorieren und solche Sprüche raushauen? Geht’s noch?“
„Geht’s noch?“, fragt PSD-Mann Ralf Stegner Christian von Stetten
Und sogar in der Union sind nicht alle mit der Rücktrittsforderung einverstanden.
Auf X schreibt PKM-Mitglied David Preisendanz (42): „Nicht jede Äußerung von Christian von Stetten kann man auf den gesamten Parlamentskreis Mittelstand ausdehnen.“ Für ihn selbst gelte: „Unser Hauptziel sollte es sein, die Reformen der sozialen Sicherungssysteme wirklich durch den Bundestag zu bekommen. Das geht nur mit der Mehrheit dieser Koalition!“
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