Der Preis für ein Barrel Rohöl der Nordseesorte Brent hat die Marke von 100 US-Dollar überschritten. Diese Entwicklung erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen zwischen den USA und dem Iran in der Nähe der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Handelsrouten für Öl.

US-Militärangaben zufolge wurden fünf iranische Rohöltanker zerstört, woraufhin Iran mit Raketenangriffen auf Schiffe reagierte. Eine anhaltende Störung dieser Route könnte die Rohölpreise weiter steigen lassen und mittelbar auch zu höheren Preisen für Benzin und Diesel an deutschen Tankstellen führen.

Laut Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING, könnten die Spritpreise bei anhaltender Eskalation über 2,30 Euro pro Liter steigen. Eine 50-Liter-Tankfüllung würde somit etwa 115 Euro kosten.

Im Falle einer stärkeren Verschärfung des Konflikts, die zu einer Beeinträchtigung der Ölförderung führt, könnte der Preis sogar auf über 2,50 Euro pro Liter klettern. Allerdings führt ein höherer Rohölpreis nicht unmittelbar zu steigenden Kraftstoffpreisen, da Faktoren wie Dollarkurs, Raffineriekosten und Mineralölkonzernmargen ebenfalls Einfluss nehmen.

Sollte Brent jedoch langfristig über 100 US-Dollar bleiben, wird der Preisdruck auf Benzin und Diesel zunehmen. Die steigenden Ölpreise wirken sich neben den Verbraucherpreisen auch auf die Finanzmärkte aus.

So verzeichnete der Dax am Mittwochmorgen einen Rückgang von etwa 0,5 Prozent, da höhere Energiekosten die wirtschaftliche Entwicklung und die Inflationserwartungen negativ beeinflussen können.