Die niederländische Zentralbank hat angekündigt, 86 Tonnen Goldreserven aus den Tresoren in New York und Ottawa abzuziehen und nach London zu verlagern. Bislang lagen 81,5 Prozent des niederländischen Goldes in den USA.
Als Begründung nennt die Bank die größere Flexibilität des Londoner Handelsplatzes und die zunehmende geopolitische Instabilität. Frühere Experten hatten bereits davor gewarnt, dass sich die USA unter Präsident Trump als weniger verlässliche Partner präsentieren.
Auch Frankreich und andere EU-Staaten haben ihre Goldreserven aus den USA nach Europa umgelagert, indem sie einen Teil des Goldes in den USA verkauften und in Europa zurückkauften. Deutschland hingegen hält weiterhin rund 1236 Tonnen seines Goldes in New York.
Angesichts der Entwicklung fordern Steuerzahlervertreter eine Neubewertung der deutschen Lagerstrategie. Besonders kritisch ist die Lage in Italien, das mit 43 Prozent seiner 1061 Tonnen Gold den größten Anteil in den USA hält.
Der Abschied der Niederlande erhöht somit den Druck auf andere europäische Länder, ihre Goldreserven neu zu bewerten.
