Am Magdeburger Domplatz wurde eine aufgemalte Deutschlandflagge trotz einer Putzaktion nicht vollständig entfernt. Die schwarzen, roten und goldenen Farben waren am Samstag noch gut erkennbar, obwohl eine Reinigungsfirma am Freitag tätig war.
Die AfD hatte zuvor kritisiert, die Flagge würde gezielt entfernt, was von der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt als Eigentümerin des Doms anders erklärt wurde. Diese begründete die Reinigung mit Denkmalschutzbestimmungen, nicht mit einem Verbot der Nationalfarben.
Der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund sorgte mit einem Video für Aufsehen, in dem er behauptete, die Fahne sei erst kürzlich aufgemalt worden, tatsächlich war sie jedoch schon seit Wochen vorhanden, vermutlich seit dem Christopher Street Day am 22. August.
Beim „Demokratiefest“ am Samstag, das von verschiedenen Parteien und zivilgesellschaftlichen Gruppen organisiert wurde, waren Nationalflaggen offiziell nicht erwünscht, weshalb nur wenige Schwarz-Rot-Gold-Fahnen zu sehen waren. Die Reinigungsaktion kurz vor der Landtagswahl wurde von einigen Seiten in der Kulturstiftung kritisch gesehen, da dadurch Auslöser für politische Empörung entstand.
Ob die Flagge absichtlich stehen gelassen wurde oder das Entfernen unvollständig blieb, ist gegenwärtig unklar.
