Ohne Putin, Trump und Xi: EU und Kanada schmieden neue Welt-Allianz „P4M“ Brasilien, Kenia, Indien und Australien machen mit Europas neuer Premium-Partner: EU-Parlamentschefin Roberta Metsola und Kommissionschefin Ursula von der Leyen (l.) bieten Kanada-Premier Mark Carney eine Sondermitgliedschaft in der Union an Brüssel – War die Charme-Offensive zwischen Kanada und der EU vergangene Woche erst der Anfang? Formt sich hier ein neues globales Bündnis als Alternative zu den Machtblöcken um China, Russland und die USA?
In der Nacht zum Dienstag (0.30 Uhr MEZ) soll zum Auftakt der UN‑Generaldebatte in New York eine neue Allianz vorgestellt werden. Ihr Name: „Partners for Multilateralism, International Law, Peace and Prosperity“ („Partner für Multilateralismus, Völkerrecht, Frieden und Wohlstand“), kurz: „P4M“.
Von europäischer Seite hat Ratspräsident António Costa (65, Ex-Premier Portugals) kräftig die Werbetrommel dafür gerührt. Mitstreiter gefunden hat die neue Achse EU-Kanada in Kenia, Brasilien, Indien und Australien.
Deutschland wird beim alljährlichen Stelldichein der UN-Staaten nach der Absage von Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) von Außenminister Johann Wadephul (63, CDU) vertreten. Inwieweit sich Deutschland für das neue Netzwerk engagieren will, ist unklar.
Die Allianz kann als Gegenentwurf zur zunehmend durch nationale Interessen zersplitterten G20 verstanden werden. Außenminister Johann Wadephul (CDU) am Montag am Berliner Flughafen beim Abflug nach New York
In der „Financial Times“ erklärten Costa, der kanadische Premierminister Mark Carney, der kenianische Präsident William Ruto sowie der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, es gehe ihnen um einen „flexiblen, offenen Rahmen für Länder aus verschiedenen Regionen und mit unterschiedlichen politischen Traditionen, die bereit sind, über Grenzen hinweg zusammenzuarbeiten“.
Man wolle „Brücken bauen“, etwa in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Klimawandel und Gesundheitsrisiken wie Pandemien. Willkommen im Club: Kanada-Premier Mark Carney und Indiens Premierminister Narendra Modi
Auch auf die wachsende Zahl von Kriegen und Konflikten sei das Bündnis eine Antwort: „Die eigentliche Entscheidung besteht nicht darin, die nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffene internationale Ordnung zu bewahren oder aufzugeben.
Es geht vielmehr darum, die multilaterale Zusammenarbeit in einer sich wandelnden Welt zu erneuern“, schreiben die Gründer der neuen Allianz, die ausdrücklich auch die Rolle der kriselnden Vereinten Nationen wieder stärken will. Australien und Indien sind laut EU-Mitteilung bereits an Bord.
Die Allianz sei aber offen für weitere Mitglieder, betont das Umfeld von Costa gegenüber BILD. Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel?
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