Während einer Veranstaltung in Bari zum Amtszeitrekord ihrer Regierung nahm Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (49) mitten in ihrer Rede das Telefon ab und sprach kurz mit ihrer neunjährigen Tochter. Meloni entschuldigte sich bei ihren Zuhörern und erklärte, dass es sich um ihre Tochter handele.

Diese Geste rührte das Publikum sichtlich. Die Rede markierte einen Rekord: Meloni ist seit Oktober 2022 und mittlerweile 1413 Tage im Amt, länger als jede andere italienische Regierung seit 1946.

Meloni bringt seit ihrer Trennung ihre Tochter Ginevra (9) häufig in ihr öffentliches Leben ein und nimmt sie teilweise sogar auf Auslandsreisen mit. Bisher hielt sie ihr Familienleben weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus, doch diesen Sommer erschienen mehrere private Fotos von Strandurlauben und gemeinsamen Aktivitäten mit Ginevra in der Öffentlichkeit.

Beobachter werten dies als bewusste Strategie, um eine bodenständige und liebevolle Seite zu zeigen. Diese öffentliche Darstellung könnte auch eine Antwort auf die politische Konkurrenz sein: Die rechtspopulistische Partei Futuro Nazionale baut ihre Stimmenbasis aus und gilt bei Umfragen als ernstzunehmender Herausforderer bis zur nächsten Parlamentswahl spätestens 2027.

Trotz der wachsenden Konkurrenz feierte Meloni in Bari vor allem den Erfolg ihrer bisherigen Amtszeit, der sie als stabilen Faktor in der italienischen Politik positioniert.