In Berlin kam es kurz vor der Abgeordnetenhauswahl am 20. September zu einer kontroversen Islamdiskussion in der Dar-Assalam-Moschee in Neukölln.

Die Moschee steht unter Beobachtung des Verfassungsschutzes, da sie früher der Muslimbruderschaft zugerechnet wurde. Dennoch nahmen Spitzenkandidaten von SPD, Grünen, Linken und FDP an der Runde teil.

Die CDU hingegen boykottierte die Veranstaltung mit der Begründung, nicht mit Islamisten über Demokratie sprechen zu wollen, während die AfD nicht eingeladen wurde. Während der Debatte zeigte FDP-Kandidat Christoph Meyer ein Foto, das den Imam der Moschee, Taha Sabri, zusammen mit Amin Abu Rashid zeigt, einem bekannten führenden Hamas-Mitglied und Spendensammler, der inzwischen ins Ausland geflohen ist.

Meyer wollte damit eine fehlende eindeutige Abgrenzung von der Hamas anprangern, wurde jedoch von der Moderatorin unterbrochen und des Effekthaschens bezichtigt. Die Diskussion wurde schließlich von der Linken-Kandidatin Elif Eralp abgebrochen, die auf den Wunsch hinwies, muslimisches Leben zu besprechen ohne den Fokus auf religiösen Extremismus zu legen.

Medien waren nur eingeschränkt zugelassen, und ein geplanter Livestream wurde kurzfristig abgesagt. Nach der Veranstaltung verfolgten offenbar erzürnte Anwesende den FDP-Politiker bis zu seinem Auto.

Die Vorfälle heizen die Debatte um den Umgang Berlins mit islamistischen Strömungen und den politischen Dialog in der Stadt weiter an.