Der Kanzler in der Krise: Merz will’s wissen! Wer steht noch hinter ihm?

Am Sonntagabend im mächtigen Präsidium

Berlin – Harte Tage für Friedrich Merz (70, CDU). Nach dem Sachsen-Anhalt-Debakel der CDU debattieren selbst Top-Leute in der Union über einen Kanzler-Tausch mitten in der Legislaturperiode.

Merz weiß: Das Thema kann nach den Wahlen in Meck-Pomm (CDU bei 7 Prozent) und Berlin (CDU mit 20 Prozent gleichauf mit der Linkspartei) am Sonntag erneut hochkochen. Nach BILD-Informationen will er sich noch am Wahlabend der Unterstützung des mächtigen Präsidiums versichern, das ins Konrad-Adenauer-Haus geladen ist.

Darunter ist auch NRW-Landeschef Hendrik Wüst (51), der wie CSU-Bayern-Regent Markus Söder (59) als möglicher Austausch-Kanzler gilt. Eine indirekte Vertrauensfrage, wie Table.Briefings beim Nachrichtendienst X meldete, soll aber nicht geplant sein – das sei kein Instrument des Präsidiums, hieß es zu BILD.

Die eigentliche Vertrauensfrage kann er nur im Bundestag stellen. CSU-Bayern-Regent Markus Söder (59, l.) oder NRW-Landeschef Hendrik Wüst (51) als möglicher Austausch-Kanzler?

Dennoch weiß Merz, dass er die Unterstützung der mächtigen Landeschefs und Ministerpräsidenten braucht, um weitermachen zu können. Deshalb hatte er sie auch schon am Tag nach dem Sachsen-Anhalt-Debakel zum Geheimgespräch geladen.

Ausgang: offen. Allerdings scheint Merz, der im Bundestag vor einer Woche sehr nachdenklich und angeschlagen gewirkt hatte, entschlossen zu kämpfen.

So mehren sich nun auch spät ein paar Unterstützer zu Wort, u. a.

CDU‑Mittelstandschefin Gitta Connemann (62). Sie sagte dem „Spiegel“, „Reformkanzler“ hätten es nie „leicht“.

„Friedrich Merz kennt die Herausforderungen. Und hält trotzdem den Kurs.“ Auch der innerparteilich einflussreiche Hessen-Regent Boris Rhein (54, CDU) sagt nun: „Unser Land braucht jetzt keine Personaldiskussionen, sondern entschlossenes Handeln und mutige Reformen.“

Ein kräftiges Votum für Merz klingt zwar völlig anders, aber alle in der Partei wissen: Ein Kanzler-Tausch würde – so oder so – nicht leicht, auch wenn der Eindruck vorherrscht, dass Merz auf einem „Nullpunkt“ angekommen ist.

Mögliche Nachfolger, die in der Bundestagsfraktion eine Mehrheit finden könnten (CDU-NRW-Regent Hendrik Wüst oder Bayern-Regent Markus Söder), blockieren einander. Merz weiß das.

Aber er weiß nach BILD-Informationen auch, dass seine in den eigenen Reihen viel kritisierte Rede im Bundestag falsch war. In der hatte er sich nach Attacken von Alice Weidel zu einem zu emotionalen Gegenangriff hinreißen lassen, statt die Grundlinien seiner Politik zu erklären.

So richten sich an diesem Dienstag mit Spannung die Augen auf den ersten großen Kanzlerauftritt in Deutschland seit dem missratenen Parlamentsauftritt. Ab 13.15 Uhr wird Friedrich Merz beim Unternehmertag des Groß- und Außenhandels als Redner erwartet.

Es geht – wie so oft bei ihm – mal wieder um alles. Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel?

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