Campact spendet 150.000 Euro: Kampagne soll Grüne in den Landtag retten Grünen-Spitzenkandidatin Claudia Müller (45) Schwerin – Kurz vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern wird der Wahlkampf noch einmal kräftig angeheizt. Im Mittelpunkt stehen 150.000 Euro der Kampagnenorganisation Campact, die die Grünen als Zuwendung gemeldet haben.
Doch Campact betont: Es handelt sich nicht um eine direkte Parteispende. Statt das Geld an die Grünen zu überweisen, finanziert die Organisation damit eine eigene Wahlkampfaktion.
Unter dem Titel „Strategisch wählen“ wirbt Campact gezielt für die Grünen und deren Einzug in den Schweriner Landtag. Nach eigenen Angaben steckt der Verein das Geld unter anderem in Anzeigen, 8250 Plakate und 195.000 Postwurfsendungen.
Nach der neuen INSA-Umfrage für BILD kommt die AfD auf 37 Prozent (+1). Die SPD legt erneut zu und erreicht 35 Prozent (+2).
Vor drei Monaten lag die AfD noch 9 Prozentpunkte vor der SPD. Jetzt bahnt sich ein echter Wahl-Krimi an.
Die weiteren Parteien folgen mit großem Abstand. Die Linke kommt auf 10 Prozent (-1), die CDU steckt weiter bei nur 7 Prozent (unverändert) fest.
Die Grünen liegen mit 5 Prozent (unverändert) genau auf der Kippe. Das BSW rutscht auf 3 Prozent (-1) ab und würde nach aktuellem Stand den Einzug in den Landtag verpassen.
Nach der aktuellen Umfrage hätte das linke Lager eine Mehrheit. SPD, Linke und Grüne kommen zusammen auf 50 Prozent und hätten damit eine Mehrheit.
Grünen-Spitzenkandidatin Claudia Müller (45) trommelte in der NDR-TV-Runde am Dienstagabend für die Zweitstimme ihrer Partei. Ihre Botschaft: „Wer Schwesig will, muss Grün wählen“, sagte sie.
Müller argumentierte, eine stabile Regierung könne nur durch ein Bündnis von SPD, Linken und Grünen zustande kommen. „Frau gegen Blau“: Das ist das Rezept von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (52) gegen die AfD
Auch Campact stellt die Fünf-Prozent-Hürde ins Zentrum seiner Kampagne.
Die Organisation argumentiert: Wenn die Grünen an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterten, würde die AfD bei der Sitzverteilung profitieren. Die Kampagnenplattform formuliert ihre Empfehlung unmissverständlich: „Mach mit und wähle strategisch – mit Deiner Zweitstimme für die Grünen.“
Das Team von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (52) schießt gegen die Wahlkampf-NGO.
Julian Barlen (46), SPD-General in MV, zu BILD: „Die Berliner Campact-Strategie ist ein großes Risiko für verschenkte Stimmen. Die Wahlentscheidung für Mecklenburg-Vorpommern treffen alleinig die Menschen hier im Land.
Dafür braucht es keine parteipolitische Einflussnahme von außen.“
Finanziert wird die Aktion laut Campact aus dem sogenannten NoAfD-Fonds. Dieser wurde nach Angaben der Organisation im vergangenen Herbst eingerichtet und durch Spenden von mehr als 75.000 Menschen finanziert.
Bereits bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hatte Campact nach eigenen Angaben eine „Strategisch Wählen“-Kampagne gestartet und dafür 620.000 Euro eingesetzt. Dort richtete sich der Aufruf an SPD und Grüne.
In Mecklenburg-Vorpommern konzentriert Campact seine Empfehlung nun auf die Grünen. Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel?
Hier können Sie uns schreiben.Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gern darauf hin.

