„Der Bürger muss draufzahlen“: Nach diesem Chrupalla-Satz platzt Künast der Kragen Ex-Landwirtschaftsministerin Renate Künast (70, Grüne) Da war schon die Vorwäsche superheiß! Nach beinhartem Wahlkampf und deutlichem Sieg wollte AfD-Bundessprecher Tino Chrupalla (51) im ntv-Talk mit RTL-Politikchef Nikolaus Blome (62) die Vorfreude seiner Anhänger auf die Regierungsübernahme vorsichtshalber noch ein bisschen herunterdimmen.
Doch dabei geriet der Parteichef unversehens in ein heftiges Scharmützel mit einer alten Gegnerin seiner Partei. Als es am Ende des Talks um die Regierungsarbeit in Berlin ging, kritisierte Chrupalla: „Die Reformen, die eingeleitet wurden, bei der Rente oder der Gesundheit, sind definitiv Verschlechterungen für den Bürger.
Der Bürger muss draufzahlen. Das ist Fakt.“ Da platzte Künast der Kragen: „Man kann wirklich nekrophile Neigungen haben und alles schlechtreden!“, wetterte sie.
Künast und AfD-Chef Tino Chrupalla (51) lieferten sich im ntv-Talk „Blome & Pfeffer“ ein knallhartes Wortgefecht
Zuvor bezog Chrupalla Stellung zu einer Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt: „Die ersten Gespräche sind geführt worden“, so der AfD-Politiker, „und ich denke, wir warten jetzt auch mal das Ergebnis der nächsten Landtagswahlen an diesem Wochenende ab. Wir sind hier absolut im richtigen Tempo, wir lassen uns aber auch nicht von den Medien treiben.
Ich denke, wir sollten die nächsten Wochen abwarten.“
Chrupalla: „Wenn wir regieren, müssen wir liefern“
Die Analyse des AfD-Chefs: „Ich möchte den Gesprächen überhaupt nicht vorgreifen. Es wäre auch unredlich, jetzt zu sagen, das oder das passiert nicht, oder das schließen wir aus.
Diesen Druck werden wir uns auch nicht geben. Aber eins ist auch ganz klar, und das sage ich auch ganz selbstbewusst: Wenn wir regieren, müssen wir liefern.
Das ist unser Anspruch!“
Zu viel für Renate Künast (70, Grüne)! „Dann hissen Sie die Deutschlandfahne!“, patzte die Ex-Landwirtschaftsministerin den AfD-Chef plötzlich an.
„Die sieht ja schön aus, aber…“ Chrupallas Konter: „Na, immerhin sagen Sie das.“ Künast darauf mit höhnischem Abwinken: „Da müssen Sie früher aufstehen, um mich damit zu kriegen.“ Chrupalla prompt: „Da gibt es einige Grüne, die das anders sehen, und das wissen Sie auch.“ Und Künast ätzt sichtlich angesäuert: „Aber Sie diskutieren jetzt mit mir, und die Fahne allein löst ja gar kein Problem, oder wie gut jemand die Nationalhymne singen kann.“
Für Sachsen-Anhalt gehe es, so die Grüne dann weiter, jetzt etwa um EU-Gelder oder Sicherheitsfragen auf Flughäfen. Chrupallas süffisante Erwiderung: „Sie haben ja erst mal einige Problemlagen schon gut definiert, für die im Übrigen die AfD keine Verantwortung trägt, sondern die Regierungskoalition, teilweise auch die Grünen.
Die Menschen haben uns gewählt, mit 43,8 Prozent, sonst hätten sie ja die Grünen gewählt, wenn Ihr Programm so toll ist.“ Daraufhin warf Künast dem AfD-Chef erbost vor, dass seine Partei „gegen Menschen hetzt und über linksgrün versifft redet“. „Selbst wir haben wie jede andere Regierung 100 Tage, und wir haben noch nicht einmal begonnen“, entgegnete Chrupalla und versprach mit viel Kreide: „Wir sind in den letzten Jahren immer kompromissbereit gewesen, wenn im Bundestag Anträge von Regierungsparteien und auch von Oppositionsparteien eingegangen sind.
Im Übrigen gab es auch ein, zwei Anträge von den Grünen, wo wir zugestimmt haben. Wenn es zum Wohle der Bürger ist, werden wir den Anträgen, egal von wem, zustimmen.
Das haben Sie bei den Grünen noch nie geschafft.“
Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) wurde scharf kritisiert. Chrupalla: „Ich möchte jetzt nicht den Guru spielen und sagen, was die CDU da machen muss.
Ich glaube nicht, dass das diesen Kanzler rettet. Seine Zeit ist abgelaufen.“ Und Künast haute sogar noch tiefer in die Kerbe: „Herr Merz lebt in einem Paralleluniversum“, spottete sie.
„Vielleicht ist bei ihm die Erde eine Scheibe.“
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