SPD-Landrat fordert Wohnungsverbot: Junge Stütze-Empfänger sollen wieder bei Eltern einziehen Matthias Jendricke (54) aus dem Kreis Nordhausen gilt als härtester SPD‑Landrat Deutschlands. Nordhausen – Nicht arbeiten gehen, aber die erste eigene Wohnung inklusive Möbel – und das alles auf Kosten der Steuerzahler.

Damit soll für Stütze-Empfänger unter 25 Jahren künftig Schluss sein. Stattdessen sollen junge Leute ohne Job wieder bei ihren Eltern einziehen, fordert der Thüringer SPD-Landrat Matthias Jendricke (54).

Mit seinem Vorstoß geht der Regent im Kreis Nordhausen erneut auf Konfrontationskurs mit seiner Partei. Obwohl Jendricke selbst Sozialdemokrat ist, sieht er bei der neuen Grundsicherung immer noch gravierende Fehlanreize.

Sein größter Kritikpunkt: „Junge Leute im Bürgergeld können sich eine Wohnung suchen, obwohl sie auch bei den Eltern wohnen könnten, und wir müssen sie bezahlen. Das geht überhaupt nicht“, sagte Jendricke dem Münchner Merkur.

Hausbesuch vom Landratsamt Nordhausen: Dieser junge Bürgergeld-Empfänger wohnt nicht an seiner Meldeadresse, baut dafür gerade eine andere Wohnung aus – er erschien zur Arbeitspflicht-Maßnahme nicht, weil er krank sei

Der Landrat fordert deshalb eine klare Regel: Wer unter 25 ist, keine eigenen Kinder hat und staatliche Leistungen bezieht, soll grundsätzlich bei den Eltern wohnen bleiben müssen. Nur in Ausnahmefällen (u.a.

schwere familiäre Konflikte) soll ein Auszug möglich sein. Selbst dann müsse der Gesetzgeber aber günstigere Alternativen wie Wohnheime vorschreiben, statt komplette Wohnungen zu finanzieren.

Auch für Ausbildungsabbrecher soll es seiner Ansicht nach eine Art Wohnungsverbot geben. Kritisch bewertet der SPD-Politiker auch die inzwischen übliche Jobcenter-Kommunikation über Apps.

So könnten Betroffene auch dann problemlos auf Schreiben reagieren, wenn sie sich gar nicht an ihrem offiziellen Wohnort aufhalten. In Verdachtsfällen sollten Jobcenter deshalb wieder stärker auf den klassischen Postweg setzen können, um mögliche Scheinwohnsitze aufzudecken.

Stütze-Nachwuchs droht „Dauer-Sozialfall“

Zwar erkennt Jendricke an, dass die Umstellung vom Bürgergeld auf die neue Grundsicherung bereits Verbesserungen gebracht habe. Doch aus seiner Sicht reicht das nicht.

Vor allem bei jungen Menschen müsse schneller gehandelt werden. Wer sich früh an ein Leben mit staatlichen Leistungen gewöhne, finde oft nur schwer zurück in Ausbildung oder Arbeit.

Jendrickes Warnung: „Es ist ein Irrglaube, dass sich irgendwas von selbst regelt. In diesem Alter prägt das den jungen Menschen so sehr, dass er oft zum dauerhaft alimentierten Sozialfall wird.“

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