Sieben Jahre Verspätung: Albtraumbaustelle Stuttgart 21 wird zum Horrorspiel Die Idee für das Spiel „S21“ hatte Willi Schorrig (32), Dozent an der Hochschule für Medien in Stuttgart Stuttgart (Baden-Württemberg) – „Die Abfahrt des Zuges verzögert sich um wenige Minuten.“ Diese Lautsprecherdurchsage kennen und fürchten viele Deutsche. Die Deutsche Bahn sorgt mit Verspätungen und maroder Infrastruktur immer wieder für Ärger.

Doch kaum ein Projekt ist so berüchtigt wie die Ewigbaustelle Stuttgart 21, kurz S21. Ein deutsches Entwicklerstudio hat den unfertigen Bahnhof jetzt in ein Horrorspiel verwandelt. Das Studio „Hanging Gardens Interactive“ besteht aus vier Stuttgartern.

Die Entwickler kennen den Bahn-Grusel von S21 also aus eigener Erfahrung. Sie beschreiben das Spiel auf der Spieleplattform Steam so: „S21 ist eine absurde Satire mit einem Hauch Horror.“ Unter dem Trailer auf YouTube wird das Game gelobt: „Da sieht man wieder, wie nahe doch Humor und Horror beieinanderliegen.“

S21 ist schon das vierte Spiel von „Hanging Gardens Interactive“.

Bisher hat aber keines ihrer anderen Spiele so viel Aufmerksamkeit erregt

Dabei ist bisher nur die Demo erschienen, also eine unfertige Testversion. Das Veröffentlichungsdatum von S21 ist noch nicht bekannt – genauso wie die Eröffnung des gleichnamigen Bahnhofs.

Das Mega-Projekt der Deutschen Bahn sollte ursprünglich 2019 fertiggestellt werden, mittlerweile peilt die Bahn 2032 an. Die Kosten des Bahnhofsbaus werden auf 14,5 Milliarden Euro geschätzt – 10 Milliarden Euro mehr als beim Baustart 2009.

Diesen Bahn-Wahnsinn stellen die Entwickler beängstigend realistisch dar: „Sehr geehrte Fahrgäste, wir begrüßen Sie in der provisorischen Personenunterführung.

Die Fertigstellung des Bahnhofs verzögert sich auf unbestimmte Zeit.“ Solche und ähnliche Lautsprecherdurchsagen verfolgen die Figur im Horrorspiel. Einzelne Gleise des Stuttgarter Milliardenprojekts werden schon benutzt.

Diese erreicht man jedoch nur durch einen Fußgängertunnel – und nach mehr als 15 Minuten Fußweg

Das Ziel von S21 ist es, ein Gleis zu erreichen. Dabei ist man alleine in einem nur spärlich beleuchteten Fußgängertunnel.

Verschiedene Hindernisse, Durchsagen und Bauarbeiten halten den Spieler immer wieder auf. So zeigt das Spiel satirisch, wie mühsam es sein kann, am Stuttgarter Bahnhof überhaupt ein Gleis zu erreichen.

Entwickler Willi Schorrig (32) beschreibt gegenüber dem SWR die Erfahrung – am Bahnhof wie im Spiel: „Es frustriert einfach, aber man muss immer weiterlaufen!“

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