Fans sagen: „Mach’s gut, Kalle Grabowski!“: Rekord-Abschied für Ralf Richter Das UCI Kino in Bochum: Am Freitag wurde dort der Kultfilm „Bang Boom Bang“ gezeigt, in dem Ralf Richter (†69) mitspielte. Zu Beginn wurde dem Schauspieler gedacht Bochum (Nordrhein-Westfalen) – Zu diesem besonderen Abschied gab es noch einmal die doppelte Portion Ralf Richter (†69).

Es ist ein Freitagabend wie so viele zuvor. Das Licht geht aus, auf der Leinwand läuft wieder „Bang Boom Bang“.

Doch diesmal ist alles anders. Seit 27 Jahren und in der mittlerweile 1412. Spielwoche gehört der Ruhrpott-Kultfilm fest zum Freitagabend im UCI Bochum.

Generationen von Fans kennen die Sprüche („Ich baller’ in dem Coupé mit 240 über die Bahn, dat is meine Freiheit!“) längst auswendig, lachen an den gleichen Stellen und feiern die Figuren, als würden sie alte Bekannte treffen. Eine davon war seit dem Start 1999 untrennbar mit dem Film verbunden: Ralf Richter als Proleten-Ganove Kalle Grabowski.

Kult als Kalle Grabowski: Ralf Richter (damals 41) und Sabine Kaack (damals 40) spielten in „Bang Boom Bang“ ein Paar

Ralf Richter starb in der Nacht zu Dienstag

Nach dem Tod des kultigen Ruhrpott-Schauspielers in der Nacht zum vergangenen Dienstag kamen am Freitagabend erneut zahlreiche Fans ins Kino, um „Bang Boom Bang“ zu sehen – und damit auch, um auf ihre ganz eigene Art Abschied zu nehmen. Am Freitagabend zeigte das Bochumer UCI „Bang Boom Bang“ gleich in zwei Kinos.

Insgesamt kamen rund 300 Gäste

Fans zollen dem Schauspieler Respekt

Wie ein UCI-Mitarbeiter zu BILD sagte, waren zwei Säle mit insgesamt rund 300 Besuchern belegt. Saal 4 war komplett voll.

Kein gewöhnlicher Kinobesuch, sondern eine ganz besondere Hommage an einen Schauspieler („Das Boot“, „Superstau“, „Rote Erde“), dessen raue Ruhrpott-Art längst Kultstatus erreicht hat. Unter den Zuschauern: Henning (53) und Raik (20).

Sie kommen damit aus derselben Stadt wie der gebürtige Essener Ralf. Warum sie an diesem Abend unbedingt dabei sein wollten?

„Einfach so ein kleiner Respekt gezollt an den guten alten Ralle. Wir sind immer dabei beim fünfjährigen, zehnjährigen, 15-, 20- und 25-jährigen Jubiläum von ‚Bang Boom Bang‘.“ Als die Nachricht vom Tod Richters kam, war für die beiden schnell klar: Sie würden trotzdem – oder gerade deshalb – wieder ins UCI kommen.

Henning: „Und als wir von dem Tod erfahren haben, haben wir gesagt: Im UCI läuft jeden Freitag der Film. So als kleine Hommage nehmen wir das sofort mit.“

Henning (53, r.) und Raik (20) aus Essen kamen, um „Bang Boom Bang“ zu sehen.

Als der Film 1999 ins Kino kam, war Raik noch gar nicht geboren

Es wurde ein Abend voller Erinnerungen an einen Film, der längst mehr ist als nur eine Komödie, und an einen Schauspieler, der mit seiner unverwechselbaren Art ein Stück Ruhrgebiet auf die Kinoleinwand gebracht hat. Fan-Shirts vom „Bang Boom Bang“-Jubiläum

Auch ein kleines Stück Erinnerung konnten sich die Fans mit nach Hause nehmen: Das UCI hatte noch T-Shirts zum 25-jährigen Jubiläum von „Bang Boom Bang“ (u.a.

mit Martin Semmelrogge, 70, und Oliver Korittke, 58) vorrätig. Preis: 15 Euro.

Für viele Besucher dürfte dieses Shirt an diesem Abend mehr gewesen sein als bloße Fan-Kleidung. Max Richter (44, l.) kümmert sich um die anstehende Trauerfeier für seinen verstorbenen Vater.

Ralf Richter soll in Bochum beigesetzt werden

Denn wenn im Kinosaal wieder die bekannten Sprüche fallen und Ralf Richter auf der Leinwand erscheint, ist „der gute alte Ralle“ für einen Moment wieder da. Genau dort, wo ihn seine Fans seit 27 Jahren feiern: Freitagabend im UCI Bochum.

Die Show hier wird weitergehen. Der Film wird weiterlaufen.

Jede weitere Spielwoche bedeutet einen neuen Rekord für den am längsten laufenden Kinofilm Deutschlands. An diesem Freitag war Richter Teil dieses Rekords.

Wann er beerdigt wird, ist bisher nicht klar. Sein Sohn Max (44) sagte: „Er hätte sich Bochum gewünscht.“ Bei einer Spendenaktion, die Freunde der Familie organisiert hatten, kamen mehr als 20.000 Euro für eine Trauerfeier zusammen.

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