Der Meister legt wieder los: Alba-Boss: „Jetzt gibt es Erwartungen“ Gut für den Meister: Jack Kayil (vorn) bleibt Alba erhalten Was für ein Basketball-Märchen! Nach dem großen Umbruch im vergangenen Jahr schockte Alba Berlin die Konkurrenz und holte völlig überraschend die Meisterschaft.
Jetzt starten die Berliner am Freitag gegen die Niners Chemnitz (20 Uhr) als Titelträger in die neue Saison. Doch folgt jetzt der nächste Coup?
Geschäftsführer Marco Baldi jedenfalls macht klar: Der Klub geht mit seinem „Wunschkader“ in die Spielzeit. Heißt: Alba ist wieder ein Meister-Kandidat!
„Natürlich ist jetzt auch eine Erwartungshaltung da“, sagt Baldi. Doch nicht alle wollen gleich von der Titelverteidigung sprechen.
Aufsichtsratschef Axel Schweitzer: „Wir dürfen das nicht als Normalität nehmen. Deshalb gibt es für uns auch nichts zu verteidigen.“
Auch Sportdirektor Himar Ojeda warnt vor überzogenen Erwartungen: „Die Meisterschaft war eine Belohnung für die harte Arbeit.
Das heißt aber nicht, dass uns das jetzt jedes Jahr gelingt.“
Ein großer Vorteil gegenüber dem Vorjahr: Der Kern der Mannschaft bleibt zusammen! Leistungsträger wie Spielmacher Martin Hermannsson und Final-MVP Justin Bean haben verlängert.
Die Meister-Achse bleibt also erhalten. Hermannsson sagt: „Die wichtigsten Puzzleteile sind weiter da.
Das ist enorm wichtig.“
Genau dieser Zusammenhalt war in der Vorsaison der Schlüssel zum Titel. Baldi: „Das, was uns letzte Saison stark gemacht hat, müssen wir in unsere DNA aufnehmen.“
Knicks ließen Berliner Talent abblitzen
Für besonderes Aufsehen sorgte auch Jack Kayil.
Der gebürtige Berliner wurde im Sommer von NBA-Klub New York Knicks gedraftet. Doch der Traum vom sofortigen Sprung in die beste Liga der Welt platzte.
Kayil verrät: „Es wurde klar kommuniziert, dass es für mich aktuell keinen Platz bei den Knicks gibt.“
Statt in der G-League zu spielen, unterschrieb das Top-Talent einen Fünfjahresvertrag bei Alba. Sein NBA-Traum lebt aber weiter!
„Er verschiebt sich nur um ein, zwei, drei Jahre“, sagt Kayil. Ganz ohne Veränderungen geht es trotzdem nicht.
Mit Jordan Ford, Brandon Angel, Julius Böhmer und Joe Wieskamp kamen vier Neuzugänge nach Berlin. Baldi schwärmt: „Das sind Spieler, die wir schon lange auf dem Zettel hatten.“ Doch Hermannsson mahnt: „Vier neue Leute in einem 12-Mann-Kader sind immer noch viel.“
Trotz Meistertitel und eingespieltem Gerüst bleibt Alba vorsichtig.
Denn der FC Bayern München hat auf dem Transfermarkt erneut kräftig zugeschlagen und gilt für viele als Topfavorit. Ojeda weiß: „Dass wir dieses Jahr erneut überraschen, wird schwer.“ Und noch ist der Berliner Kader nicht komplett.
Ojeda fahndet weiter nach einem Center. Das Problem: Gute große Spieler sind derzeit kaum zu bekommen.
„Wir haben eine Liste mit Kandidaten. Aber das sind ehrlicherweise nicht sehr viele“, sagt Ojeda.
Die Meister starten also mit viel Selbstvertrauen, aber auch mit offenen Baustellen in die neue Saison. Die große Frage: Reicht das erneut für den Titel?
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