Vorm Berliner Brisanz-Spiel in Dresden: Warum plötzlich eine neue Fan-Feindschaft droht ... dabei stand Hertha-Ikone Bernstein (†) einst im Dynamo-Block Die Hertha-Fans erinnerten Anfang 2026 an den viel zu frühen natürlichen Tod ihres Präsidenten Kay Bernstein Samstagabend schaut ganz Fußball-Deutschland nach Dresden!

Im Flutlicht-Hit trifft Dynamo auf Hertha BSC Berlin. Nach den schweren Randalen bei der letzten Partie im April (0:1) hat das Spiel eine besondere Note – auch und gerade bei den Fans.

Denn plötzlich droht da eine neue Feindschaft zwischen den Anhängern. Verrückt, weil es noch 2019 im Olympiastadion vor 70.000 Zuschauern ein DFB-Pokal-Fest (8:7 n.E.

für Hertha) gab, bei dem es kaum eine Fantrennung brauchte. BILD hat Details zur neuen Rivalität recherchiert, zeigt die Entwicklung auf.

Der Kipp-Punkt war sehr wahrscheinlich der überraschende Tod von Hertha-Präsident Kay Bernstein (†43) am 16. Januar 2024. Dieser war gebürtiger Sachse, hatte familiäre Verbindungen nach Dresden, die letztlich mit zu einem aufgeschlossenen Verhältnis zu Dynamo führten. Kay Bernstein war Sachse, Hertha-Ultra und Fan-Ikone

BILD weiß: Die Hertha-Ikone stand in den Jahren 2015 bis 2018 mehrmals im berüchtigten K-Block – der Fankurve der SGD.

Nach Spielen saß er auch mal länger in der Dresdner Stadionkneipe „Torwirtschaft“. Es ist die Zeit, nachdem er zuvor selbst in der Ultra-Gruppe „Harlekins Berlin“ Anführer war und bevor er Präsident des Hauptstadt-Klubs wurde.

Entstanden soll die freundschaftliche Verbindung über Ex-Dynamo-Capo Stefan Lehmann (41) sein. Bei Fan-Vernetzungstreffen hatten sich beide kennengelernt.

Lehmann, der mittlerweile aus der Szene ausgestiegen ist, bestätigt BILD: „Ich hatte mit Kay Bernstein ein sehr gutes Verhältnis. Wir haben auch gegenseitig Spiele besucht.

Er war in Dresden und ich in Berlin. Da habe ich nie erlebt, dass es böses Blut gab, das war alles entspannt.“ Bernstein, der im Eventbereich selbstständig war, half Lehmann sogar beim Aufbau seines Catering-Unternehmens „Lehmüse“.

Stefan Lehmann war einst Dynamo-Capo, ist aber aus der Fußball-Szene ausgestiegen

Was sagen Fanforscher zum Wandel der Ultra-Beziehungen zwischen beiden Vereinen? Prof.

Harald Lange (58) von der Uni Würzburg: „Diese Freundschaft ist tatsächlich bedeutungsvoll. Bernstein ist eine Ikone der Fankultur in Deutschland, Lehmi genoss in Dresden einen hohen Status.

Beide hatten beziehungsweise haben eine gewisse Strahlkraft. Die Frage ist, wie die Szene heute damit umgeht.“

Der Sportwissenschaftler führt aus: „Sonst leben Ultra-Gruppen von Fantraditionen, reklamieren diese sogar für sich.

Die Veränderung hier ist ein Ansatzpunkt, zu reflektieren, ob diese noch dem eigenen Selbstverständnis entspricht.“

Fanforscher ruft Vereine zur Kommunikation auf

Trotzdem meint Lange: „Fankultur ist immer dynamisch. Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß und aus Freundschaft kann Feindschaft werden.

Entscheidend sind die Grenzen der Rivalität.“

Was rät der Experte beiden Kontrahenten? „Die Bundesligen sind sicherheitstechnisch weltweit auf höchstem Niveau.

Es gibt eher Fehler, die mal passieren. Aber man kann mehr investieren in Kommunikation.

Da gilt es für die Vereine, solche Pflänzchen der Freundschaft wie in dem Beispiel zu gießen – und den Ethikkodex zu stärken. Weil Fangenerationen schnell wechseln, sind Wertebilder so wichtig.

Mehr Polizei ist nicht die Lösung.“

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