Ungeschlagen an der Spitze: Warum Erfurt und Chemnitz alle überraschen Romarjo Hajrulla (l.) marschiert mit Rot-Weiß Erfurt in der Regionalliga Nordost vornweg Dieses Duo hatte vor der Saison niemand auf der Rechnung. Doch nach acht Spielen stehen Rot-Weiß Erfurt und der Chemnitzer FC als einzige Mannschaften ohne Niederlage an der Tabellenspitze der Regionalliga Nordost.

Die im Vorfeld hochgehandelten Teams aus Halle, Altglienicke oder Vorjahresmeister Lok Leipzig liegen abgeschlagen im Mittelfeld. Am Dienstag (19 Uhr) will RWE bei Hertha BSC II seine Tabellenführung ausbauen, Chemnitz empfängt am Mittwoch (19 Uhr) den SV Babelsberg.

Doch was macht RWE und den CFC so bärenstark? Der Chemnitzer FC hat die vergangenen Jahre genutzt, um finanzielle Altlasten loszuwerden und sportliche Aufbauarbeit zu leisten.

Jetzt, pünktlich zu der Saison, in der der Meister direkt aufsteigt, sind die Sachsen da. Im Sommer haben sie ihren Kader gezielt mit erfahrenen Spielern verstärkt.

Die Achse des Erfolges beginnt im Tor mit dem von Drittligist Viktoria Köln gekommenen Keeper David Richter (27). Jan Löhmannsröben (35, Halle) und Dennis Slamar (31, Cottbus) bringen ganz viel Routine in der Verteidigung mit, Andreas Geipl (34) von Jahn Regensburg ist vor der Kette der Boss im defensiven Mittelfeld.

Jan Löhmannsröben (M.) räumt beim Chemnitzer FC hinten ab

Und siehe da: Mit lediglich drei Gegentreffern stellt der CFC die beste Abwehr der Liga. Das ist das Fundament des Erfolges in Chemnitz.

Und vorn sind die Chemnitzer mit Domenico Alberico (27, vier Tore), Jonas Marx (21, vier Tore), Tom Baumgart (28, drei Tore), Ron Berlinski (32, zwei Tore) und Maximilian Fesser (24, zwei Tore) variabel besetzt. Auffallend: Mit knapp 27 Jahren ist der Kader des CFC der drittälteste in der Liga.

Ganz anders RWE: Deren Altersschnitt liegt bei gerade 24,3 Jahren – und doch sind die Erfurter sogar noch besser als die routinierten Chemnitzer. Denn Rot-Weiß hat schon 28 Tore erzielt und damit den mit Abstand besten Angriff der Liga.

Die Rasselbande von Trainer Fabian Gerber (46) erzielt also dreieinhalb Tore pro Spiel. Bis auf den 2:1-Sieg in Jena und das 1:1 in Halle hatten es die Thüringer bislang allerdings auch nur mit Kellerkindern zu tun.

Der Herbst der Wahrheit beginnt schon am kommenden Wochenende mit dem Heimspiel gegen Aue, ehe es erst zum Vorjahresmeister Leipzig und dann zum Topspiel nach Chemnitz geht. Klar ist: Bei Rot-Weiß stimmt die Mischung aus erfahrenen Profis wie Abwehrchef Maxime Awoudja (28), der schon bei Bayern München spielte, und den jungen Wilden wie Neuzugang Dustin Forkel (21), der bereits vier Tore erzielte.

Gerber und seinem Trainerteam ist es gelungen, pünktlich zur relegationsfreien Saison eine homogene Einheit zu formen, die das Zeug dazu hat, aufzusteigen. Gerber weiß aber auch: „Die Saison ist noch sehr lang.

Wir haben jetzt natürlich Schwung geholt und wollen Woche für Woche bestätigen, dass wir da oben hingehören“, sagt der RWE-Coach. Haben Sie Fehler entdeckt?

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