In der Ursapharm-Arena des Bundesliga-Aufsteigers SV Elversberg wird die Nordtribüne derzeit saniert. Deshalb fehlen für die Heimspiele, darunter das kommende gegen den FC Bayern, die üblichen Kamera-Standpunkte.
Um dennoch eine optimale TV-Produktion zu gewährleisten, hat der Verein eine eigene Lösung entwickelt: Auf der Baustellenseite wurden Stahlrohr-Kameratürme und eine Medientribüne errichtet. Dieses neuartige Konzept wurde von der Bundesliga genehmigt.
Die Medientribüne kann eine Last von bis zu 45 Tonnen tragen und bietet Platz für Medienvertreter und Kommentatoren. Über dieser Tribüne befindet sich ein Podest mit zwei Führungskameras, die in etwa 12,20 Metern Höhe einen Großteil der Spielszenen sowie Nahaufnahmen einfangen.
Zusätzlich stehen an den Strafraumgrenzen zwei weitere Türme mit jeweils einer Kamera. Diese sind ebenfalls 12,20 Meter hoch und tragen bis zu zwei Tonnen.
Die Geräte werden mit Elektrokettenzügen mechanisch nach oben befördert. Die Konstruktion ist so ausgelegt, dass sie Windgeschwindigkeiten bis Stärke 8 (62 bis 74 km/h) standhält, was durch statische Berechnungen bestätigt wurde.
Ein PVC-Dach schützt die Kamerapositionen zusätzlich. Ist mit stärkeren Winden zu rechnen, werden die Kameras vorübergehend wieder auf der Haupttribüne positioniert.
Das Stadion soll im Frühjahr 2027 fertiggestellt sein. Bis dahin werden die Türme je nach Bauphase an verschiedenen Stellen auf- und abgebaut.
Standard-Übertragungen setzen in Elversberg auf mindestens 16 Kameras. Für besonders wichtige Spiele besteht die Möglichkeit, ein Aerial-Kamerasystem einzusetzen, das über Stahlseilen über das Spielfeld geführt wird.
