Hasan Ismaik, Mehrheitsgesellschafter und langjähriger Investor von 1860 München, erwägt eine umfangreiche Schadensersatzklage gegen den Verein. Ismaik, der seit 2011 mehr als 80 Millionen Euro in den Klub investiert hat, wirft dem Präsidium, dem Aufsichtsratsvorsitzenden sowie der Geschäftsführung Pflichtverletzungen und sittenwidriges Verhalten vor.

Am 1. September wurde das Insolvenzverfahren für die Lizenzfußball-Abteilung von 1860 eröffnet, nachdem der Verein aufgrund fehlender 2,3 Millionen Euro die Drittligazulassung nicht erhalten hatte und in die Regionalliga abgestiegen ist.

Infolgedessen wurde der Kooperationsvertrag mit Ismaik gekündigt und eine neue Fußball-Betriebsgesellschaft gegründet. Aktuell rangieren die Löwen auf dem siebten Platz der Regionalliga.

Ismaik behauptet, dass die Insolvenz absichtlich herbeigeführt wurde und kritisiert die Gründung des zweiten Unternehmens als Teil eines sittenwidrigen Plans. Er betont, dass alle beteiligten Verantwortlichen, darunter die neun Vorstandsmitglieder des e.

V. sowie Aufsichtsratsvorsitzender und Geschäftsführer, zur Rechenschaft gezogen werden sollten.

Seit Jahren ist das Verhältnis zwischen Ismaik und dem Verein angespannt; nach dem Zwangsabstieg 2016 gab es keine vertrauensvolle Zusammenarbeit mehr. Obwohl er mehrfach versucht hat, seine Anteile zu verkaufen, fand Ismaik keinen Käufer.

Der Investor kündigt an, alle relevanten Geschehnisse genau zu dokumentieren und im Zweifel den Rechtsweg zu beschreiten, um seine Rechte zu verteidigen. Konkrete Klageschritte hat er bislang jedoch noch nicht eingeleitet.

Die Entwicklung bleibt somit offen, während 1860 München weiterhin mit den sportlichen und finanziellen Herausforderungen kämpft.