Fürth-Boss Daniel Meyer über Spielstil, Sander und Festgeldkonto: Vorm Spektakel-Duell! Was sich beim FCM alles verändert hat Fürths Geschäftsführer Daniel Meyer (l.) mit seinem Trainer Heiko Vogel im Gespräch.

Am Freitag geht es für den 1. FC Magdeburg nach Fürth. Beide kämpften in der Vorsaison bis zum Schluss um den Klassenerhalt.

Greuther Fürth musste sogar in die Relegation, wo die Franken gegen Rot-Weiß Essen knapp erfolgreich waren. Seit Sommer hat Daniel Meyer (47) als Geschäftsführer Sport das Sagen in Fürth.

Im Fußball-Osten ist Meyer kein Unbekannter. Cottbus, Aue, RB Leipzig und Halle hießen seine Stationen als Trainer oder Sportchef.

Sein Ziel nun in Fürth: die Spielvereinigung zu ihrer alten Identität zurückführen. Meyer: „Der Auftrag, den ich bekommen habe, war relativ klar: Die Spielvereinigung soll wieder ein klares Bild bekommen.

Dazu gehört elementar die Spielidentität. Aus der Historie heraus war Fürth schon immer eine Ballbesitzmannschaft.

Der Begriff Fürther Flachpass, der früher geprägt wurde, fasst das gut zusammen. Das ist aber durch die vielen Wechsel auf verantwortlichen Positionen in den letzten Jahren verwaschen worden.

Deshalb war es im ersten Schritt wichtig, gemeinsam mit dem Trainer eine Spielweise festzulegen und dementsprechend dann den Kader zu planen.“

Fürths Saisonstart verlief mittelprächtig, fünf Punkte und Platz 11 stehen zu Buche. Meyer: „Nach drei Monaten kann man festhalten, haben wir eine, der jüngsten Mannschaften der Liga.

Wir sind nach Ballbesitz unter den ersten Sechs mit über 50 Prozent pro Spiel. Das zieht sich noch nicht durch alle Spiele und wir hätten uns auch den einen oder anderen Punkt mehr gewünscht.

Aber so ein großer Umbruch braucht eben auch Zeit.“

Daniel Meyer war von 2024 bis zum Sommer 2026 Sportdirektor beim Halleschen FC. Das Duell mit dem FCM sorgte zuletzt für Spektakel, in zwei Spielen fielen 18 Tore in der Vorsaison.

Glaubt Meyer an ein erneutes Tor-Festival? Meyer: „Auch in Magdeburg hat eine Anpassung stattgefunden.

Da versucht man, auch nicht mehr so viel Gegentore zu bekommen. Sie haben ihre Spielweise gegen den Ball etwas geändert.

Wir sind ebenfalls mit der Anzahl der Gegentore nicht zufrieden. Von daher ist es eher zu erwarten, dass beide den Fokus haben, gut gegen den Ball zu arbeiten.“

Magdeburg stabiler Zweitligist – wegen Festgeldkonto

Als ehemaliger HFC-Sportchef arbeitete Meyer nicht weit weg von Magdeburg.

Die Entwicklung beim Erzrivalen in Sachsen-Anhalt verfolgte er genau. Meyer: „Grundsätzlich muss man den Hut ziehen vor der sportlichen, finanziellen und infrastrukturellen Entwicklung.

Da hat man viel in Steine investiert in den letzten Jahren. In der Ära von Otmar Schork ist eine Menge auch auf das Festgeldkonto gewandert.

Deshalb ist es ein sehr stabiler Zweitligist mit allen Voraussetzungen, der auch schon Richtung 1. Liga geblickt hat.“

Mit dem aktuellen FCM-Cheftrainer Petrik Sander (65) hatte Meyer bereits mehrere Berührungspunkte: „Wir haben beide eine Cottbuser Vergangenheit. Später, als er Nachwuchstrainer war, haben wir uns mal duelliert, als ich bei RB war.

Wir kennen uns und tauschen uns immer mal wieder aus, wenn es die Gelegenheit gibt.“

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