Schreiben an Landesfürsten vor Bundestag: Frauen-Bundesliga wirbt für Trennung vom DFB Nationalspielerin Giulia Gwinn vom Meister FC Bayern ist das Aushängeschild der Frauen-Bundesliga Auf dem außerordentlichen DFB-Bundestag diesen Freitag soll die neue Frauen-Bundesliga (FBL) unter ihrer Präsidentin Katharina Kiel (34) in die Selbständigkeit entlassen werden. Voraussetzung: Die Delegierten stimmen dem Grundlagenvertrag, der u.a.

die Finanzflüsse zwischen FBL und DFB regelt, und dem Pachtvertrag zu, durch den auch das Recht zur Vermarktung der TV-Rechte an der Frauen-Bundesliga auf die FBL übergeht. BILD erfuhr aus DFB-Kreisen: In einem Schreiben wirbt das FBL-Präsidium mit Kiel und ihren beiden Vizes Veronica Sass (FC Bayern) und Klaus Filbry (Bremen) am Mittwoch bei den Regional- und Landesverbänden um Unterstützung.

Dabei wird vor allem auf das Wachstumspotenzial einer eigenständigen FBL hingewiesen, am Ende würde auch der Amateurfußball profitieren. Hintergründe für Trennung der Frauen-Bundesliga vom DFB

„Eine starke Frauen-Bundesliga und starke Strukturen in den Landes- und Regionalverbänden können sich gegenseitig verstärken.

Zu unserem Verständnis dieser Entwicklung gehört deshalb auch wirtschaftliche Solidarität. Die Vereinbarungen schaffen der Frauen-Bundesliga zunächst die notwendigen Voraussetzungen, um ihr wirtschaftliches Potenzial konsequenter zu entwickeln“, heißt es in dem Schreiben.

Der Hintergrund: Nach BILD-Info wird der DFB, federführend vertreten durch Generalsekretär Holger Blask (51), die FBL über die nächsten vier Jahre mit je 750 000 Euro pro Saison finanziell unterstützen. Die mögliche Sorge von Landesfürsten, dieses Geld könne dem Amateurfußball fehlen, zerstreut das FBL-Trio: „Mit wachsendem Erfolg der Liga entstehen zugleich Rückflüsse an den DFB und damit zusätzliche finanzielle Spielräume für das Gesamtsystem.

Je erfolgreicher die Frauen-Bundesliga wirtschaftlich wird, desto stärker kann sie ihrerseits zum Gesamtsystem beitragen.“

Und: Die FBL will DFB-Bosse und Landesfürsten im Entwicklungsprozess mit ins Boot nehmen. „Die FBL will den Dialog mit dem DFB und seinen Regional- und Landesverbänden künftig regelmäßig führen – transparent über die Entwicklung der Liga ebenso wie über die Frage, wie wir die Chancen der kommenden Jahre gemeinsam für den gesamten Frauen- und Mädchenfußball in Deutschland nutzen können.

Unser gemeinsames Ziel ist ein Frauenfußball, der mehr Mädchen erreicht, mehr Menschen begeistert und sportlich wie wirtschaftlich zur europäischen Spitze gehört.“

Die Zustimmung des DFB-Bundestags ist für die FBL auch Voraussetzung für die Gründung der FBL GmbH. Die Gesellschaft, für die aktuell ein oder zwei Geschäftsführer/innen gesucht werden, treibt dann die für Herbst geplante Ausschreibung der TV-Rechte ab 2027/28 bis 2028/29 voran.

Haben Sie Fehler entdeckt? Möchten Sie etwas kritisieren?

Dann schreiben Sie uns gerne!