Köpenick-Krise: Der Zingler-Spagat! Warum Union ruhig bleibt - noch...

Union-Präsident Dirk Zingler muss den Spagat schaffen: langfristige Wettbewerbsfähigkeit, kurzfristigen Erfolg (KI-Foto-Montage)

Köpenick in der Krise - und der Tiefpunkt ist vielleicht noch gar nicht erreicht. Abstiegsplatz 17, nur ein Punkt, 17 Gegentore, von Bayern zerlegt.

Union Berlin legt mit Neu-Trainer Mauro Lustrinelli seinen schlechtesten Bundesliga-Start hin. Aber: Der Schweizer wird nicht in Frage gestellt - noch...

Klub-Präsident Dirk Zingler (62) steht mit seinem Lebenswerk Union Berlin an einem heiklen Punkt. Er muss den Klub langfristig wettbewerbsfähig machen - strategisch richtig.

Und er muss kurzfristig den Klassenerhalt in der Bundesliga schaffen - überlebenswichtig. Denn das Geld aus der Bundesliga füttert den größten Umbau der Vereinsgeschichte.

Zingler will mit Lustrinelli raus aus der branchenüblichen 12-Monate-Trainer-Rotation. Er hat erkannt: Die ständigen Wechsel haben Union sportlich stagnieren lassen.

Darum setzt er jetzt auf einen fundierten Neuaufbau: moderne Spielweise und dazu Spieler entwickeln, die teuer verkauft werden können. Das braucht Zeit.

Jetzt zeigt sich: Der Spagat ist größer als befürchtet. Bayern-Star Luis Diaz (M.) ist für die Unioner Jannik Haberer (r.) und Jeong Woo-yeong nicht zu stoppen

Unter Zingler wird Union zu einem vollwertigen Bundesligisten umgebaut.

Die Projekte: Stadion-Erweiterung (um mehr Geld einzunehmen), Ausbau der Trainingsstätten für Männer, Frauen und Talente, Professionalisierung der Frauen-Bundesliga-Mannschaft. All das kostet enorm viel Geld.

Aus Eigenmitteln zahlt Union 61 Mio. Euro für den Stadion-Ausbau, 42,4 Mio.

Euro für das Trainingszentrum, 17 Mio. Euro für das Nachwuchsleistungszentrum.

Hinzu kommen Investorengelder und Kredite. Diese enormen Summen fehlen dem Profi-Kader.

Sichtbar wird das nun in der begrenzten individuellen Qualität von Neuzugängen und Spielern. „Die fetten Jahre mit internationalem Fußball und großem Geldzufluss sind vorbei“, bilanzierte Zingler jüngst.

Unions neuer Trainer Mauro Lustrinelli steckt in der Krise. Größter Schwachpunkt: die Abwehr mit bisher 17 Gegentoren

An dieser Stelle kommt Lustrinelli ins Spiel.

Ihm trauen die Union-Verantwortlichen zu, wie in Thun, wo er mit begrenzten Mitteln sensationell Schweizer Meister wurde, die Köpenicker in der Bundesliga zu halten. Und gleichzeitig Spieler zu formen, die hohe Ablösen einbringen.

Zingler: „Union braucht Transfereinnahmen, wie zuletzt von Ilyas Ansah, um einen ausgeglichenen Haushalt zu erwirtschaften.“

In einem überstürzten Trainer-Wechsel sieht Zingler die Gefahr, dass das Großprojekt Union ins Wanken kommen könnte. Allerdings: Unter allen Umständen muss Union den Klassenerhalt schaffen.

Dafür braucht es Ruhe im Klub. Die Geduld mit Lustrinelli ist groß in Köpenick - noch...

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