Ein geleakter Geheimdienstvermerk legt nahe, dass ehemalige westliche Spezialkräfte russische Staatsbürger in Europa militärisch ausgebildet haben könnten, unter anderem für den Konflikt in der Ukraine. Die Einstufung stammt aus einer Analyse, die für den Australian Secret Intelligence Service erstellt wurde und vom britischen Telegraph eingesehen wurde.

Im Fokus steht das Trainingslager von Alfa-Metal im Norden Bulgariens, das Spezialkräfte- und Scharfschützenkurse anbietet. Dem Vermerk zufolge sollen dort Ausbilder aus britischen, australischen und US-amerikanischen Eliteeinheiten tätig gewesen sein.

Befragte australische Veteranen berichteten, dass russische Teilnehmer auch nach Beginn des Ukraine-Kriegs 2022 an Fortbildungen teilnahmen, inklusive Nahkampftechniken. Alfa-Metal widersprach den Anschuldigungen und dementierte den Einsatz von ehemaligen Mitgliedern westlicher Eliteeinheiten zur Ausbildung von Russen.

Das Unternehmen wirbt auf seiner Website jedoch mit einem SAS-Logo und suchte bis vor einigen Monaten gezielt britische Ausbilder mit militärischem Hintergrund. Ein auf der Seite gelisteter US-Veteran gab an, über eine zwölfjährige Dienstzeit bei den Special Operations Command zu verfügen.

Mehrere Quellen aus dem britischen SAS beurteilen den Vorwurf als schwerwiegend und betonen, dass die Gemeinschaft kleine Einheiten umfasst, die derartige Aktivitäten bemerken würden. Ein ehemaliger Stabsfeldwebel bezeichnete die Ausbildung potenzieller Gegner als unethisch.

Gleichzeitig weist ein weiterer pensionierter SAS-Offizier darauf hin, dass Militärveteranen häufig in die zivile Beratungsbranche wechseln, was solche Einsätze nicht grundsätzlich ausschließt. Die Angelegenheit ist aktuell Gegenstand einer Untersuchung durch australische Geheimdienste.