Vierfach-Vater sitzt seit einem Jahr im Gefängnis: Kubaner: „Trump hat mich nach Afrika abgeschoben“ Weil Roberto Mosquera (59, r.) nicht nach Kuba abgeschoben werden kann, landete er in Afrika. Als er das Gefängnis für einen Arztbesuch verlassen durfte, traf er dort Welt-Korrespondent Christian Putsch MBABANE (Eswatini) – Roberto Mosquera (59) hat in den USA gelebt, gearbeitet und eine Familie gegründet.

Heute sitzt der Kubaner in einem Hochsicherheitsgefängnis im Königreich Eswatini. Christian Putsch, Afrika-Korrespondent der WELT (gehört wie BILD zu Axel Springer), traf als erster Journalist einen Migranten, der im Rahmen von Donald Trumps Abschiebe-Programm nach Afrika gebracht wurde.

Mosqueras Fall steht stellvertretend für eine umstrittene Praxis der Trump-Regierung: Migranten werden nicht nur in ihre Heimatländer abgeschoben, sondern auch in Drittstaaten auf anderen Kontinenten. Der Kubaner sitzt seit mehr als einem Jahr in einem Gefängnis im Königreich Eswatini im Süden Afrikas.

Dabei wird ihm dort keine Straftat vorgeworfen. Für einen Arztbesuch durfte Mosquera das Gefängnis zeitweilig verlassen.

Im Krankenhaus konnte WELT-Korrespondent Christian Putsch kurz mit dem Kubaner sprechen. Nach wenigen Minuten beendeten die Bewacher die Begegnung.

Mosquera nutzte die Gelegenheit für einen eindringlichen Appell: „Ich will nur mein Leben zurück.“

Als „Gast des Königs“ sitzt der Kubaner Roberto Mosquera seit einem Jahr in diesem Gefängnis in Eswatini

Der Kubaner bestreitet nicht, in den USA im Gefängnis gesessen zu haben. Als junger Mann wurde er nach einer tödlichen Schießerei zwischen rivalisierenden Gangs verurteilt.

Seine Strafe habe er jedoch längst verbüßt, sagt er. Danach habe er sein Leben geändert.

In Miami arbeitete er als Handwerker, zahlte Steuern, gründete eine Familie und bekam vier Töchter. Eswatinis König Mswati III.

(hier auf einem Bildschirm zu sehen) bekommt von den USA Millionen Dollar für die Aufnahme von Menschen, die nicht in ihre Heimatländer abgeschoben werden können

Die US-Behörden versuchten nach seinen Angaben jahrelang, ihn nach Kuba abzuschieben. Das kommunistische Land habe ihn jedoch nicht zurückgenommen.

Auch Mosquera selbst will auf keinen Fall dorthin zurück. Seine Familie sei wegen regimekritischer Äußerungen ins Visier der Behörden geraten.

„Ich werde niemals nach Kuba zurückgehen“, sagt er. „Dort würde mich etwas Schlimmeres erwarten als das hier.“

Eswatini kassiert Millionen für Abgeschobene

Zwischen Mosquera und seiner Familie liegen Tausende Kilometer.

Seine Frau und die vier Töchter leben weiterhin in den USA. Der 59-Jährige ist nicht der Einzige, der im Gefängnis in Afrika sitzt.

Sein Fall steht für ein Abschiebe-Abkommen, das auch in Eswatini zunehmend auf Widerstand stößt. Nach Recherchen der WELT erhielt das Königreich Millionenzahlungen aus den USA dafür, dass es abgeschobene Migranten aufnimmt.

Oppositionspolitiker und Menschenrechtsorganisationen werfen der Regierung vor, den Deal im Geheimen ausgehandelt zu haben. Ob Mosquera jemals zu seiner Familie in die USA zurückkehren darf, ist ungewiss.

Der Kubaner hofft auf eine Entscheidung der US‑Gerichte. In Eswatini gilt er offiziell als „Gast des Königs“.

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