Will „so lange es geht“ Länderchef bleiben: NRW-Chef Wüst vermeidet klare Kanzler-Aussage NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (51, CDU) Düsseldorf – Bringt sich da einer als Merz-Nachfolger in Stellung? NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (51, CDU) hält sich bei der Kanzler-Frage alle Türen offen.
Beim „Ständehaus-Treff“ der „Rheinischen Post“ in Düsseldorf wurde er direkt gefragt, ob er ins Kanzleramt will. Seine Antwort: „Ich möchte Ministerpräsident bleiben“.
Klingt eindeutig – doch dann kam die entscheidende Nachfrage: Gilt das auch „für immer“? Wüsts Antwort ließ Raum für Spekulationen: „So lange, wie es geht.“
Wüst, der immer wieder als möglicher Ersatzkandidat für das Kanzleramt gehandelt wird, will sich also weiterhin nicht festlegen.
Dabei steht für ihn zunächst eine andere wichtige Wahl vor der Tür: In sieben Monaten wird in Nordrhein-Westfalen ein neuer Landtag gewählt. Gleichzeitig machte Wüst deutlich, dass er trotz der jüngsten Wahlniederlagen der CDU nichts von einer neuen Personaldebatte an der Spitze der Bundespartei hält.
„Wir brauchen eine stabile Bundesregierung“, sagte der NRW-Ministerpräsident. Rückendeckung für Merz – trotz Kanzler-Spekulationen
Acht CDU-Ministerpräsidenten hätten mit ihrer Erklärung vom vergangenen Mittwoch ihren Beitrag zur Stabilität geleistet, so Wüst.
Darin hatten die Länderchefs auf die Spekulationen über die politische Zukunft von Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) reagiert und ihm demonstrativ Rückendeckung gegeben. Wüst bekräftigte: „Wir halten einfach Personaldebatten jetzt nicht für zielführend, nicht für richtig.“
Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) spricht am vergangenen Sonntag nach den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern im Konrad-Adenauer-Haus
Den eigentlichen Auslöser für die Erklärung der acht Ministerpräsidenten sieht Wüst allerdings nicht in den Spekulationen über Merz.
Vielmehr habe es Berichte gegeben, wonach über eine Minderheitsregierung der Union nachgedacht werde. Das wäre aus seiner Sicht ein gefährlicher Schritt.
Eine solche Konstellation würde Chaos bedeuten, sagte Wüst – das wisse jeder. Seine Botschaft dazu ist unmissverständlich: „Und wir wollen kein Chaos.
Wenn die Lage international so ist, wie sie ist.“
Auch Spekulationen über eine mögliche Trennung von Kanzlerschaft und CDU-Parteivorsitz wies Wüst für die Gespräche mit Merz zurück. Das sei überhaupt kein Thema gewesen: „Darüber haben wir gar nicht geredet.“
Merz hatte am vergangenen Sonntag kurz nach Schließung der Wahllokale in einer kurzen Ansprache erklärt, er wolle „als Parteivorsitzender der CDU und vor allem als Bundeskanzler“ den Reformkurs fortsetzen.
Gerade das Wort „vor allem“ hatte anschließend Spekulationen über eine mögliche Trennung der beiden Ämter befeuert. Wüst stellte nun klar: Bei seinen Gesprächen mit Merz spielte dieses Szenario keine Rolle.
Bei einer anderen heiklen Frage hielt sich Wüst zurück: Würde er Friedrich Merz im Landtagswahlkampf, wie es die CDU in Sachsen-Anhalt getan hat, lieber nicht allzu prominent auftreten lassen? Wüst gab sich wortkarg.
Seine schwarz-grüne Landesregierung habe derzeit schließlich alle Hände voll zu tun. Mit Wahlkampf-Strategien beschäftige er sich deshalb „gerade einfach nicht“, sagte der Chef des mitgliederstärksten CDU-Landesverbands.
Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel? Hier können Sie uns schreiben.Haben Sie Fehler entdeckt?
Dann weisen Sie uns gern darauf hin.

