Kommentar von BILD-Chefin Marion Horn: Merz zieht die CDU nach unten Bundeskanzler und CDU-Parteichef Friedrich Merz (70) In Mecklenburg-Vorpommern scheitert die CDU fast an der 5-Prozent-Hürde und in Berlin wird sie von den Linksextremisten überholt. Friedrich Merz zieht die Partei also weiter nach unten.
Seine Erklärung direkt nach Schließung der Wahllokale, er werde Parteivorsitzender und Kanzler bleiben, sollte den zu erwartenden Rücktrittsforderungen vorbeugen. Und in der Tat, die Granden der Union gewähren Merz offenbar noch eine Gnadenfrist.
Es ist natürlich allein Sache der CDU, ob sie nach diesen Wahlergebnissen an ihm festhält. Aber ich finde es absurd, dass führende CDU-Politiker behaupten, ein Kanzlerwechsel bringe nichts, weil die Probleme z.B.
mit der reformunwilligen SPD danach dieselben seien. Wir haben doch gerade erst erlebt, dass der Wechsel von Julian Nagelsmann zu Jürgen Klopp als Nationaltrainer ein Befreiungsschlag war.
Natürlich steht Klopp vor denselben großen Problemen wie Nagelsmann. Aber er geht sie vollkommen anders an.
Klopp hat in wenigen Sätzen eine Mission über den Fußball hinaus geschildert, die begeistert („Die Fahne zurückholen“, Nationalstolz nicht den Falschen überlassen). Nach CDU-Logik hätte Nagelsmann Bundestrainer und Christine Lambrecht Verteidigungsministerin bleiben können (die mit den 5.000 Helmen für die Ukraine und den Stöckelschuhen auf Truppenbesuch in Afrika).
In Wahrheit ist es ein Segen, dass seit Januar 2023 Boris Pistorius für die Bundeswehr zuständig ist. Anhaltende Erfolglosigkeit ist immer ein Grund, die Frau oder den Mann an der Spitze auszutauschen.
Das gilt für die Wirtschaft wie für den Sport und eben auch in der Politik. Es geht um Leistung und Wettbewerb.
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