Landtagswahlen in Meck-Pomm und Berlin: Diese Themen haben die Wahlen entschieden Wahlhelfer in Berlin schütten Briefwahlunterlagen zur Auszählung auf einen Tisch Berlin/Schwerin – 37 Jahre nach dem Mauerfall droht in der Hauptstadt Berlin eine Linksregierung, einschließlich Enteignungen. An der Küste triumphiert dagegen SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (52).
Wie ist es dazu gekommen? BILD bat führende Wahl- und Meinungsforscher um ihre Analyse.
Ihr überraschendster Befund: Migration stand als Thema in beiden Ländern nicht an der Spitze. In Berlin ging es um Wohnen, Müll, Verkehr
Manfred Güllner (84), Gründer des Meinungsforschungsinstituts Forsa, über die Wahl in Berlin zu BILD: „In Berlin war das größte Problem die Lage am Wohnungsmarkt mit 49 Prozent.
Dann folgten der Müll und der Dreck in der Stadt (36 Prozent), die Verkehrsprobleme (34 Prozent) und die marode Infrastruktur (23 Prozent). Insgesamt wird die Stadt also als ziemlich verwahrlost empfunden.“
Kriminalität und innere Sicherheit nannten in Berlin 24 Prozent, Migration und Ausländer nur 18 Prozent.
Die Top-Themen in Mecklenburg-Vorpommern
Ganz anders die Sorgen bei den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern. Güllner: „In Meck-Pomm wurden vor allem ökonomische Probleme genannt.“ Dazu zählten die Lage der Wirtschaft generell (30 Prozent), die Lage am Arbeitsmarkt (18 Prozent), zu niedrige Löhne (16 Prozent), die Energieversorgung (11 Prozent) sowie Preissteigerungen (7 Prozent).
Als weitere Themen kamen Verkehr und schlechte Infrastruktur im ländlichen Raum hinzu (je 32 Prozent), Bildung (22), Rechtsextremismus (16) und Gesundheitsversorgung (14). Migration und Ausländer nannten nur 13 Prozent.
Meinungsforscher Binkert: Abrechnung mit Merz
Der Chef des Meinungsforschungsinstituts INSA, Hermann Binkert (61), sieht auch ordentlich Frust über die Bundesregierung: „Die Wähler haben sich in beiden Wahlen an der Merz-Regierung abgearbeitet. Da half auch nicht, dass die CDU ihren Kanzler versteckt hat.“
Binkert weiter: „Die Parteien spielten ihre liebsten Wahlkampfschlager: Die Grünen punkteten beim Klima.
Die AfD bei Migration und Ausländerkriminalität. Die Linke setzte auf Wohnungsnot und Enteignungen.
Die CDU hatte kein eigenes Positivthema.“
Binkert zum „Traumergebnis“ von Manuela Schwesig (fast eine Verdreifachung im Vergleich zur letzten Bundestagswahl): „Ihre Wähler kommen zum Teil von der Union.“
Manuela Schwesig (52) will das SPD-Ergebnis der Bundestagswahl 2025 verdreifachen
Wahlentscheidend waren in Mecklenburg-Vorpommern die Kandidaten: Schwesig inszenierte sich als „Frau gegen Blau“. AfD-Mann Holm setzte auf knallharte Töne in der Migrationspolitik.
Meinungsforscher Klaus Peter Schöppner (77) sieht einen klaren Trend: „Was kann man von Schwesig lernen? Dass das geht: nahbare Kümmerin und harte Interessenvertreterin ihrer Wähler nach außen.
Dass ihr ausgerechnet Kritik an der Bundespolitik hohen Zuspruch beschert, zeigt erneut, was für eine schwache Position die Bundesregierung bei den Landtagswahlen besitzt.“
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