Mail von Martenstein: Liebe Clara von Nathusius, Sie sind Siegmund gewachsen! Harald Martenstein (72) schreibt die tägliche Kolumne in BILD.
Sie sind 30 und im Bundesvorstand der Jungen Union. Es gibt nicht sehr viele Leute in der deutschen Politik, die ich charismatisch finde, klug und dann auch noch mutig genug, öffentlich zu sagen, was sie denken.
Sie gehören dazu. In der Politik ungewöhnlich: Sie haben Betriebswirtschaft studiert.
Ihr Urgroßvater war 1944 einer der Verschwörer gegen Hitler, er wurde von den Nazis hingerichtet. Sie sind Mitgründerin von „Fridays for Israel“, eines ihrer Hauptanliegen ist der Kampf gegen den neuen Judenhass.
Der „Zeit“ sagten Sie, die Klima-Aktivistin Luisa Neubauer würde „nie gegen linken Antisemitismus oder eine Gruppenvergewaltigung aus dem migrantischen Milieu auf die Straße gehen“. Sie reden das halbe Internet voll mit wohlformulierten Statements.
Ihre Partei solle sagen, was sie eigentlich will, und es dann endlich anpacken. Statt immer nur zu sagen, wen oder was sie nicht will.
Natürlich sind Sie gegen die Brandmauer. Die Union ist in einer schweren Krise.
Leute wie Sie wären die Zukunft der CDU, falls sie denn eine hat. Die AfD hat einen jungen Popstar, Ulrich Siegmund.
Er steckt rhetorisch die meisten dieser hölzernen CDUler in die Tasche. Sie wären ihm gewachsen.
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