Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt beraten CDU und SPD mit ihren Spitzenvertretern in Berlin über die Folgen für die Bundesregierung und die eigene Führung. Bundeskanzler Friedrich Merz verschob eine für 9 Uhr angesetzte Präsidiumssitzung kurzfristig, um zuvor mit mehreren CDU-Ministerpräsidenten zu einer Krisensitzung zusammenzukommen.
Merz hatte bereits Sonntagabend mit Landeschefs telefoniert, um die Lage zu erörtern. Dabei wurde deutlich, dass die CDU künftig stärker auf die Anliegen der Wähler eingehen muss, wie Ministerpräsident Michael Kretschmer kritisierte.
Im Berliner Treffen mit dem Bundesvorstand herrschte eine angespannte Atmosphäre, und der bisherige Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Sven Schulze, der mit nur 17,2 Prozent historisch schwach abgeschnitten hatte, zeigte bereits Rücktrittstendenzen. Auch die SPD erlebte enttäuschende Ergebnisse und diskutierte in einer eigenen Sitzung ihre Rolle in der Regierung.
Parteichefin Bärbel Bas schloss einen Sonderparteitag nicht aus, zunächst stellte sich die Führung jedoch gegen sofortige personelle Wechsel. Die Sozialdemokraten wollen angesichts der bevorstehenden Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern insbesondere ihre Regierungsbeteiligung überdenken.
Die anhaltende Unsicherheit und der öffentliche Druck auf beide Parteien werfen Fragen zur Stabilität der schwarz-roten Koalition auf.
