Die hohe Zustimmung für die AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt lässt sich maßgeblich auf finanzielle Ängste der Wähler zurückführen. Laut einer Umfrage von infratest dimap für die ARD sorgten sich 89 Prozent der Befragten, dass die Preissteigerungen ihre Rechnungen unbezahlbar machen könnten.
Dieses Thema übertraf sogar die Sorge vor Zuwanderung, die 91 Prozent der AfD-Anhänger beschäftigte. Besonders bei Wählern, die ihre finanzielle Lage als schlecht einschätzten, erreichte die AfD mit 65 Prozent die meisten Stimmen.
Im Gegensatz dazu erhielt die CDU in dieser Gruppe lediglich acht Prozent. Bei finanziell bessergestellten Wählern lag die AfD mit 35 Prozent ebenfalls deutlich vor anderen Parteien.
Die AfD wurde den Umfrageergebnissen zufolge auch in Bereichen wie Kriminalitätsbekämpfung, Asylpolitik und wirtschaftlichen Fragen als kompetenter wahrgenommen als die CDU. Die Union verlor insgesamt mehr als 130.000 Anhänger, insbesondere an die AfD, was vor allem auf die unzureichende Wahrnehmung ihrer Steuerpolitik und Arbeitnehmerinteressen zurückgeführt wird.
Die SPD konnte mit 9,3 Prozent Stimmenanteil kaum punkten, da viele ihrer ehemaligen Wähler die Partei vor allem als Gegenkraft zur AfD unterstützen. Umwelt- und Klimaschutz spielten nur für eine Minderheit der Wähler eine herausragende Rolle, während soziale Sicherheit, innere Sicherheit und Zuwanderung wichtige Entscheidungsgründe für die AfD-Wähler waren.
