Die Gewerkschaft IG Metall hat den geplanten Stellenabbau und mögliche Werksschließungen beim Volkswagen-Konzern scharf kritisiert. Bei der achten Betriebsversammlung in Hannover wandte sich Niedersachsens IG-Metall-Bezirkschef Thorsten Gröger deutlich gegen die Sparmaßnahmen des Vorstands.
Er warnte, dass „der Werkboden an allen Standorten brennen“ werde, sollten die Beschäftigungsgarantien aus den Tarifverhandlungen 2024 infrage gestellt werden. Gröger bezeichnete die Geschäftsführung als verantwortlich für einen „perfiden Dreiklang“: Zunächst würden Produkte von deutschen Standorten abgezogen – etwa der VW Bulli, der inzwischen in der Türkei gefertigt wird.
Danach würden die Standorte für geringe Produktion kritisiert, während die Belegschaft die negativen Folgen tragen müsse. Gröger forderte Bundeskanzler Friedrich Merz auf, sich selbst vor Ort ein Bild von der Situation in den Werken zu machen.
VW plant weltweit bis zu 120.000 Stellen abzubauen. Besonders betroffen sind die Standorte Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm, für die derzeit keine wettbewerbsfähige Auslastung bis 2030 erwartet wird.
Eine Werksschließung sei aber bislang nicht beschlossen worden. Das Thema soll am kommenden Freitag im Aufsichtsrat besprochen werden.
