Hauptsächlich in Deutschland: Evonik kündigt Abbau von 3200 Stellen an Das Produktportfolio wird bei Evonik nach Rollenprofilen geordnet Essen - Beim Chemiekonzern Evonik rollen die nächsten Sparmaßnahmen an: Insgesamt 3200 Stellen sollen wegfallen, davon allein 2150 in Deutschland. Das teilte das Unternehmen nach einer Strategieklausur in Essen mit.
Der MDax-Konzern will sein Produktportfolio künftig nach Rollenprofilen ordnen. Den sechs großen Produktionsstandorten in Deutschland sollen dabei jeweils spezielle Aufgaben zugeteilt werden.
Damit bekräftigt Evonik die bereits im Juni angekündigten Umbaupläne. Übergangschef Claus Rettig (66) findet deutliche Worte für die Lage der Branche: „Vorstand, Aufsichtsrat und Arbeitnehmervertreter teilen eine Überzeugung: Wir befinden uns in einer strukturellen und ökonomischen Krise unserer Industrie“, sagte er laut Mitteilung.
Für die Zukunft setzt Evonik vor allem auf Asien und Amerika. Dort prüft der Konzern derzeit weitere Investitionsprojekte.
Wie viel Geld durch den Stellenabbau eingespart werden soll und welche Sonderkosten anfallen, ließ das Unternehmen zunächst offen. An der Börse kam die Nachricht offenbar gut an: Die Evonik-Aktie legte zeitweise um fast fünf Prozent zu.
Schon bis Ende 2026 sollen im Zuge laufender Spar- und Effizienzprogramme rund 2800 Stellen verschwinden. Der nun angekündigte nächste Sparplan soll bis 2029 umgesetzt werden – nach Unternehmensangaben sozialverträglich und ohne betriebsbedingte Kündigungen.
Geplant sind unter anderem, frei werdende Stellen nicht neu zu besetzen, Beschäftigte früher in den Ruhestand zu verabschieden und freiwillige Abgänge mit Abfindungen zu vereinbaren. Auch beim Geschäft selbst wird der Rotstift angesetzt: Evonik hatte bereits angekündigt, das Polyester-Geschäft mit einem Jahresumsatz von rund 150 Millionen Euro einzustellen.
Ende 2025 beschäftigte der Konzern noch 31.053 Menschen – knapp 900 weniger als ein Jahr zuvor. Für Wachstum sieht Evonik vor allem in Asien und Amerika Chancen.
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