Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, spricht sich für die Einführung eines Schulfachs Gesundheit an Grundschulen aus. Seiner Ansicht nach sollten Kinder frühzeitig lernen, wie sie bei leichten Erkrankungen selbstständig handeln können, um den unnötigen Besuch in Arztpraxen oder Notdiensten zu vermeiden.

Als Vorschlag nennt Reinhardt, dass pensionierte Ärzte regelmäßig Schulen besuchen, um den Schülerinnen und Schülern praxisnahes Wissen zu vermitteln. Er kritisiert einen Rückgang des Alltagswissens im Umgang mit gesundheitlichen Beschwerden.

So ist vielen Menschen etwa nicht bewusst, wie sie sich bei Brechdurchfall oder Husten richtig verhalten sollen. Neben der Selbstversorgung sieht Reinhardt auch Prävention als essenziell, insbesondere durch die Vermittlung von gesunder Ernährung und einem ausgewogenen Lebensstil in Schulen und Kindergärten.

Darüber hinaus fordert er Anreize, damit ältere Ärzte, die heute bereits ein Viertel der Mediziner in Deutschland ausmachen, weiterhin in Teilzeit aktiv bleiben. Gleichzeitig plädiert Reinhardt für weniger Bürokratie in Praxen, um die knappe Zeit der Ärzte effizienter zu nutzen.

Seiner Meinung nach kann eine bessere Gesundheitsbildung der Bevölkerung hierbei unterstützend wirken.