Neu aufgerollter Prozess: Zweieinhalb Jahre Haft für René Benko René Benko (48, M.) musste am Dienstag (22. September) erneut in Innsbruck vor Gericht, wurde wegen betrügerischen Bankrotts zu 2,5 Jahren Haft verurteilt. Seit Januar 2025 sitzt er in Untersuchungshaft Innsbruck (Österreich) – In einem teilweise neu aufgerollten Prozess ist der österreichische Investor René Benko (49) am Dienstag (22. September) zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt worden.
Das Landesgericht Innsbruck sah es als erwiesen an, dass der Milliarden-Jongleur seine Gläubiger geschädigt hat. Es war der dritte Prozess, dem sich Benko seit der Pleite des von ihm gelenkten Signa-Konzerns stellen musste.
Ende November 2023 meldete die wichtigste Holdinggesellschaft, die Signa Holding GmbH, Insolvenz an. Wegen des Verdachts des Betruges und betrügerischen Bankrotts in der Insolvenz sitzt der Investor seit über anderthalb Jahren im Gefängnis.
Wurde im Oktober 2025 vom Landesgericht Innsbruck wegen einer verdächtigen Schenkung von 300.000 Euro an Familienmitglieder bereits zu zwei Jahren Haft verurteilt. Im dritten Prozess ging es nun um einen Mietvertrag für eine 320-Quadratmeter-Villa im Innsbrucker Stadtteil Hungerburg.
Zu dieser Villa im Innsbrucker Stadtteil Hungerburg schloss Benko im Herbst 2023 einen Vertrag mit einer Mietvorauszahlung von 360.000 Euro ab. Laut Gericht wusste Benko damals bereits von seiner prekären finanziellen Situation
Benko schloss im Herbst 2023 zum Vertrag über die Luxus-Villa noch eine Mietvorauszahlung von 360.000 Euro ab.
„Damit hat er die Befriedigung der Gläubiger vereitelt“, so Norbert Hofer (57) in seinem Urteil. In diese Haftstrafe mit einbezogen ist die Verurteilung Benkos wegen der 300.000-Euro-Schenkung, das heißt, es kommt jetzt noch mal ein halbes Jahr Haft dazu.
Hofer war überzeugt, dass Benko damals bereits von der Schieflage seines Immobilienkonzerns wusste und dennoch den Deal machte. Die Villa in bester Hanglage gehörte der Laura-Privatstiftung von Benkos Familie, den Mietvertrag schloss Benko mit einer Tochtergesellschaft mit seinen Initialen ab, für die Vorauszahlung nutzte er ein Darlehen der Laura-Stiftung über eine halbe Mio.
Euro. Laut Staatsanwaltschaft umfasste die Mietvorauszahlung genau den Zeitraum, den das Insolvenzverfahren Benkos gedauert hätte.
Benko vor Gericht: „Meine Frau wollte in das Haus einziehen, um den Kindern unter der Woche einen normalen Alltag zu ermöglichen.“
Benko glaubte fest an die Rettung des Konzerns
Doch Benko bestritt vor Gericht derartige Täuschungsmanöver: „Meine Frau wollte in das Haus einziehen, um den Kindern unter der Woche einen normalen Alltag zu ermöglichen.“ Als jedoch im Dezember 2023 dauernd über ihn berichtet worden sei, sei ein Umzug aus Sicherheitsgründen nicht mehr möglich gewesen: „Das Haus hat keine Mauern, da kann man in den Garten reinfotografieren.“ Er selbst habe im Herbst noch fest an eine Rettung seines Konzerns geglaubt, habe deshalb auch noch 3,5 Mio. Euro in die Sanierung gesteckt.
An dieser Stelle musste Benko dann auch sein tatsächliches Einkommen eingestehen: 8,5 Mio. netto pro Jahr!
Zu seinen heutigen Schulden wollte er nichts sagen: „Sie sind nicht bezifferbar“, war sein Kommentar dazu. Schon in wenigen Wochen wird Benko erneut von sechs Justizbeamten in den Innsbrucker Schwurgerichtssaal geleitet: Dann geht es u.a.
um ein Protz-Gewehr (Wert: 80.000 Euro), das Benko dem Zugriff seiner 3000 Gläubiger entzogen haben soll, und eine 5-Mio-Investition von Bau-Tycoon Hans-Peter Haselsteiner (82, Strabag-Gründer). Verteidiger Norbert Wess (51) kündigte eine Überprüfung des Urteils an.
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