Regisseurin über Kinderpornografie-Drama „Gentle Monster“: Neuer Film wirbelt den Fall Teichtmeister wieder auf „Wir alle kennen Täter, meist ohne es zu wissen“ In „Gentle Monster“ erfährt die Mutter Lucy (Léa Seydoux, 41), dass die Polizei gegen ihren Mann Philip (Laurence Rupp, 39) wegen des Besitzes von Kinderpornos ermittelt Wien – Als Regisseurin Marie Kreutzer (49) 2022 ihr Historiendrama „Corsage“ in die Kinos brachte, schien ihr großer Traum greifbar. Der Film über Kaiserin Sisi wurde international gefeiert, gewann Preise und galt sogar als Hoffnungsträger im Oscar-Rennen.

Doch dann legte sich ein Schatten über die gefeierte Produktion: Der Star des Films, Florian Teichtmeister (46), stand plötzlich im Fokus der Ermittler. Der Vorwurf: Besitz und Bearbeitung von Kinderpornografie.

Jetzt wirbelt die Regisseurin mit ihrem neuen Film den Fall wieder auf. Für Kreutzer brach damals nicht nur die Erfolgsgeschichte von „Corsage“ abrupt ab.

Sie musste auch erleben, dass ein Mensch, mit dem sie über Monate gearbeitet hatte, ein erschütterndes Geheimnis mit sich getragen hatte. Seit dem Skandal ist sie misstrauischer geworden.

„Man kann in niemanden hineinschauen“, sagt sie zu BILD. Und sie weiß auch: „Ich werde nicht verhindern können, mit Menschen zu arbeiten, die nicht immer moralisch einwandfrei gehandelt haben.“

„Corsage“ feierte 2022 eine umjubelte Premiere.

Damals ahnten Regisseurin Marie Kreutzer (49, l.) und ihre Stars nichts von Florian Teichtmeisters (46, r.) dunklem Geheimnis

In ihrem neuen Film greift Marie Kreutzer das schwierige Thema auf. In „Gentle Monster“ liegt die Welt der Mutter Lucy (Ex-Bond-Girl Léa Seydoux, 41) in Scherben, als die Polizei gegen ihren geliebten Mann Philip (gespielt von Laurence Rupp, 39) wegen des Besitzes von Kinderpornos ermittelt.

Rückblick: der Fall Florian Teichtmeister

Im Januar 2023 wurde bekannt, dass gegen den österreichischen Schauspieler Florian Teichtmeister wegen des Besitzes von Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs ermittelt wird. Er soll das Material auch bearbeitet haben – es handelte sich um 76.000 Dateien.

Der Prozess löste in Österreich und darüber hinaus große Bestürzung aus, weil Teichtmeister zuvor zu den bekanntesten Film- und Theaterdarstellern des Landes gehört hatte. Im September 2023 wurde er in Wien verurteilt.

Das Gericht sprach ihn wegen des Besitzes tausender Dateien schuldig und verhängte eine zweijährige Freiheitsstrafe auf Bewährung. Teichtmeister zog sich anschließend weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück.

Im Oktober 2025 wurde Teichtmeister laut BILD-Informationen auf dem Münchner Oktoberfest mit Kokain erwischt und kam ins Gefängnis. Denn: Für die Verurteilung zu lediglich zwei Jahren Haft auf Bewährung sollte sich Teichtmeister fünf Jahre lang von Alkohol und Drogen fernhalten.

Seit Ende Januar 2026 ist Teichtmeister wieder auf freiem Fuß. Seine Entlassung ist an strikte Bedingungen geknüpft.

„Gentle Monster“ wird als Meisterwerk bezeichnet

Kreutzer hat für „Gentle Monster“ intensiv recherchiert und mit vielen betroffenen Müttern gesprochen. „Das war sehr erschütternd“, sagt die Regisseurin zu BILD.

Sie weiß, wer die wahren Leidtragenden im Fall Teichtmeister sind. Und hadert auch nicht mit verpassten Oscar-Chancen.

„Es ist nur ein Film! Die Opfer sind es, über die wir wirklich nachdenken sollten.“

Catherine Deneuve (82, r.) spielt im Film die Mutter von Léa Seydoux

Der Streifen feierte beim Filmfestival von Cannes seine Weltpremiere, wurde von Kritikern als Meisterwerk gefeiert.

Zu Recht. Denn das Drama, das seit dem 17. September in den deutschen Kinos läuft, arbeitet das Thema nuanciert und ohne Klischees auf.

Grandios in der Hauptrolle: Ex-Bond-Girl Léa Seydoux (41)! Sie spielt eine französische Pianistin, die eigentlich glücklich mit ihrem Mann Philip (gespielt vom neuen Wiener Tatort-Kommissar Laurence Rupp) und dem gemeinsamen Sohn Johnny in Bayern lebt.

Doch eines Morgens steht die Polizei in ihrem Haus. Durchsuchungsbeschluss!

Verdacht auf kinderpornografisches Material. Lucy fällt aus allen Wolken, ihre Welt zerbricht komplett – sie muss sich emotional von Philip lösen.

„Für Liebe gibt es keinen Ausschaltknopf“, sagt sie im Film. Seydoux, Kreutzer und Jella Haase (33, spielt im Film eine Ermittlerin) bei der Premiere von „Gentle Monster“ beim Toronto Film Festival am 14. September

„Ich habe schon 2020 mit ‚Gentle Monster‘ begonnen.

Als der Teichtmeister-Fall bekannt wurde, hatte ich also schon einiges an Wissen über die Thematik“, sagt die Filmemacherin zu BILD. „Es hat den Kern meiner Recherche bestätigt, dass wir alle auch Täter kennen, meist ohne es zu wissen.“

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