Nachgehakt von Alfred Draxler: So setzt Klopp die Vereine unter Druck! Jürgen Klopp (59) auf der Pressekonferenz, bei der er seinen ersten Kader präsentierte Was mir an Jürgen Klopp schon vor seinem ersten Spiel als Bundestrainer imponiert hat?

Dass er nicht nur bei vielen Bundesligaspielen im Stadion war. Sondern dass er bei einigen Vereinen sogar beim Training vorbeigeschaut hat: Beim FC Bayern, in Stuttgart, in Mainz, in Frankfurt und in Augsburg.

Eine Arbeits-Maßnahme, die seinen Vorgängern offensichtlich nie in den Sinn gekommen ist! Für mich hat das zwei entscheidende Vorteile: Jeder Besuch macht den Bundestrainer ein bisschen schlauer.

Und – das ist noch wichtiger – Klopp setzt die Vereine damit unter einen positiven Druck. Die Nationalmannschaft ist nicht mehr nur Sache des Bundestrainers und des DFB.

Die Bundesliga und die Vereine sind ab sofort mit von der Partie. Klopp hat sie mit ins Boot geholt.

Und das ist gut so! Nachdem der Bundestrainer letzte Woche seinen 44-Mann-Kader bekannt gegeben hatte, mussten sich am Wochenende schon die ersten Sportchefs Fragen gefallen lassen, warum ausgerechnet sie keinen Spieler dabei haben.

Und wie sie bitteschön gedenken, das in Zukunft zu ändern. Klingt ja für große Klubs auch plötzlich wie ein echter Makel, wenn schon das kleine Elversberg mit Felix Keidel einen künftigen Nationalspieler aufzuweisen hat!!

Elf Vereine haben mindestens einen Spieler im XXL-Kader, sieben sind nicht dabei: Werder, Schalke, der HSV, Paderborn, Union Berlin, Gladbach und Leverkusen. Ausgerechnet Bayer Leverkusen, vor zwei Jahren Deutscher Meister, ist unfreiwillig auf Anti-Klopp-Kurs.

Beim 2:0-Sieg gegen RB Leipzig stand Sonntag kein einziger deutscher Fußballer in der Anfangsformation. Manager Simon Rolfes musste dazu schon vor dem Spiel kritische Fragen im DAZN-Interview beantworten.

Die Nationalmannschaft ist endlich das Projekt des gesamten deutschen Fußballs! Und das fühlt sich gleich viel besser an als in den letzten (erfolglosen) Jahren!

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