Trainer-Kniffs sitzen: Ex-BVB-Profi überrascht die 2. Liga Justin Butler (Mitte) feiert mit Leo Bittencourt (re.) und Moritz Hannemann sein Tor für Cottbus Hast du keinen Torjäger, musst du dir eben einen backen - genau das tut Energie Cottbus gerade in der 2. Liga! Als die Transferperiode abgelaufen war und der Aufsteiger keinen echten Ersatz mehr für Erik Engelhardt (28, Kreuzbandriss) an Land gezogen hatte, fragten sich viele, wie das wohl gehen soll.

Doch plötzlich überrascht Justin Butler (25) die 2. Liga! Der gebürtige Augsburger, der drei Jahre lang beim FC Bayern ausgebildet wurde, blüht in neuer Rolle förmlich auf.

Trainer Claus-Dieter Wollitz (61) verrät, warum er den Flügelspieler zum Mittelstürmer umfunktionierte: „Er hat eine extreme Schnelligkeit. In Karlsruhe hat er 35 km/h auf die Platte gebracht und er kann eigentlich noch schneller.

Manchmal macht es in bestimmten Situationen auch Sinn, gegnerische Reihen zu überspielen.“

Heißt: Butler soll vor allem Tiefe bringen, damit Cottbus lange Bälle in die Offensive schlagen kann - und die Konkurrenz sich nicht aufs Pressing der eigenen Abwehrkette konzentrieren kann. Der Coach meint weiter: „Der Effekt verstärkt sich dann, wenn du die Möglichkeit hast, im Anschlussverhalten mit technisch starken Spielern nochmal einen zweiten Steckpass zu spielen.“ Und die Option gibt sein Kader mit Tolcay Cigerci und Lucas Copado allemal her.

Noch besser aber: Butler traf im zweiten Spiel in Folge. Der Ex-BVB-Profi, der in der Dortmunder Drittliga-Reserve spielte, schlenzte die Kugel gegen St.

Pauli (1:1) aus der Drehung traumhaft zum 1:0 ins Netz. Justin Butler in seiner Zeit beim BVB vom Sommer 2023 bis zum Jahresbeginn 2025

Allerdings wollte ihn Wollitz gegen die Hamburger wieder auf anderer Position ranlassen.

Der Trainer-Fuchs: „Ich habe wegen der Aufstellung von St. Pauli umgestellt, weil ich das Gefühl dafür hatte.

Eigentlich sollte Justin über Außen kommen, Moritz Hannemann auf der Zehn und Copado vorn.“

So aber ging Hannemann auf die linke Seite und Copado auf die Spielmacher-Position. Mit dieser Rotation rechnete sich Wollitz gegen die Innenverteidigung um Gäste-Verteidiger Tomoya Ando (27) mehr aus.

Tatsächlich flog der Japaner dadurch auch früh Gelb-Rot runter. Wollitz: „Wir spielen dann auch schnell, lassen den Ball gut zirkulieren und gehen im richtigen Moment auch in Eins-gegen-Eins-Situationen - aber eben nur bis zur Halbzeit.

Zur zweiten Hälfte haben wir gesehen, was langsames Spiel ausmacht.“ Vielleicht lässt er deshalb demnächst noch öfter seinen Turbo-Butler im Sturmzentrum zünden …

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