Pädophilie-Vorwürfe: Plakat-Entgleisung in der 2. Liga Dieses Spruchband tauchte während der Partie Cottbus gegen St. Pauli im Energie-Block auf Dass sich die Fans von Energie Cottbus und St.
Pauli nicht ganz grün sind, war bereits längst vor Anpfiff des Hochrisikospiels (1:1) bekannt. Obwohl es grundsätzlich friedlich blieb, kam es zu zwei ernsten Vorfällen.
Für Wirbel sorgten im Nachgang Spruchband-Entgleisungen mit besonders drastischer Wortwahl - und der Versuch, den Gästebereich zu stürmen. Im Laufe der Partie hingen zunächst mehrere Transparente im Energie-Block.
Auf einem stand: „Eure Regenbogenutopie endet in Pädophilie – keine Akzeptanz für eure kranke Welt!“ Hier wird ein Zusammenhang mit einer offiziellen Mitteilung der gegnerischen Fanszene „Ultrá Sankt Pauli“ vermutet. Die Hamburger hatten Ende August selbst bekanntgegeben, dass es in ihren Reihen zu „unterschiedlich gelagerten Fällen sexualisierter, physischer und psychischer Gewalt“ sowie zu „Machtmissbrauch“ gekommen wäre.
Die Fangruppierung hatte Mitglieder nach eigenen Angaben daher lebenslang ausgeschlossen. Das zweite Plakat der Energie-Fans beim Pauli-Spiel
In der Cottbuser Nordkurve gab es außerdem ein zweites Plakat mit der Aufschrift: „Stets in Watte gepackt, die eigene Blase nie verlassen.
Mit dem System im Gleichtakt – man kann euch nur hassen!“
Generell wurden die unterschiedlichen politischen Lager thematisiert, der zumindest ein Teil der Fans beider Klubs jeweils zugehörig sein dürften. Im Heimblock hieß es daher auch: „Eure Realitätsferne ist kaum zu ertragen, den Filz entflechten und das Alerta-Netzwerk zerschlagen!“ Alerta ist ein internationaler Verbund, dem sich diverse antirassistische und antifaschistische Fan- und Ultragruppen angeschlossen haben.
Energie Cottbus distanziert sich: „No-Go!“
Nach Abpfiff machte sich ein Energie-Mob auf den Weg zu den Gäste-Fans. Sicherheitskräfte unterbanden den Überraschungsangriff.
Der FC Energie reagierte am Montag in den sozialen Netzwerken des Vereins. Dort schrieb der Klub: „Während unseres Heimspiels gegen den FC St.
Pauli wurden auf der Nordwand im Bereich des H-Blocks mehrere nicht angemeldete Spruchbänder gezeigt, die offensichtlich einzig der gezielten Provokation der Anhänger unseres Kontrahenten dienen sollten.“
Die Brandenburger distanzierten sich davon deutlich: „Geschmack vermag streitbar sein, Diskriminierungen, Herabwürdigung und Gewaltverherrlichung und damit einhergehend die satzungskonformen Grundwerte unseres FC Energie Cottbus e.V. zu missachten jedoch nicht!“ Der Kern der Botschaft: „Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung mit Straftätern gleichzusetzen ist ein No-Go.“ Das LEAG Energie Stadion müsse ein sicherer Ort für alle Menschen sein.
„So ist es, so soll es sein und so soll es auch bleiben“, formulierte es der Zweitligist. Haben Sie Fehler entdeckt?
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