NFL greift ein!: Neue Regel soll Videowand-Schummel stoppen Videowände und LED-Boards hinter dem Tor können den Kicker irritieren Die Videowände in den Arenen der NFL sind gigantisch. Der „Infinity Screen“ 37 Meter über dem Rasen im SoFi-Stadion in Los Angeles ist mit 6500 Quadratmetern ungefähr so groß wie ein Fußballfeld und hat alleine rund 40 Mio.
Dollar gekostet. Weil das gestochen scharfe Multimedia-Feuerwerk Einfluss auf den Verlauf eines Spiels nehmen kann, greift die Liga jetzt hart durch.
Und hat allen 32 Klubs am 7. September unmissverständlich mitgeteilt, WAS sie diese Saison WANN auf ihren LED-Flächen zeigen dürfen. Das berichtet „ESPN“.
Die Pixel ins Flackern gebracht hatte zuvor der Analytik-Coach Ryan Paganetti. Der ehemalige Angestellte der Philadelphia Eagles, Jacksonville Jaguars und Las Vegas Raiders enthüllte Anfang September auf „X“ (früher Twitter), wie die New England Patriots im Gillette Stadium jahrelang die Kicker der gegnerischen Teams bei Field Goals und Extrapunkten irritierten.
Paganetti nennt das Vorgehen „diabolisch clever“, denn die Patriots verstießen damit gegen keine Regel! Verboten waren bislang nur sich bewegende, blinkende und flackernde Bilder sowie Text-Einblendungen.
NFL greift ein! Neue Regel soll Videowand-Schummel stoppen
Der Videowand-Trick der Patriots: Bei Kicks des Gegners wurde von der Stadionregie hinter dem Tor ein spiegelverkehrtes und leicht seitlich versetztes Bild der gelben Stangen eingeblendet.
Das erschwerte für den Kicker nicht nur die Konzentration auf die echten Torstangen, sondern die Windfähnchen auf der Spitze wehten auch scheinbar in die entgegengesetzte Richtung. Verwirrung pur!
Bei Feld-Tor-Versuchen der Patriots hingegen wurde ein neutraler Hintergrund eingeblendet. Paganetti wertete die Field-Goal-Versuche in Foxborough aus mehr als zehn Jahren aus.
Das überraschende Resultat: Die Trefferquote der Gastmannschaften lag dort zwischen 2010 und 2023 deutlich unter dem Liga-Schnitt. Während die Kicker der Gäste-Teams ligaweit 83,9 Prozent ihrer Schüsse verwandelten, lag die Quote im Stadion der Patriots nur bei 77,6 Prozent!
Die Kicker der Patriots hingegen waren – ohne störende Einblendungen – mit 88,2 Prozent deutlich treffsicherer. Mehrere Teams versuchten, den Videowand-Schummel nachzumachen.
Doch nicht in jedem Stadion befindet sich hinter den Torstangen auch ein großes Display ... Um Chancengleichheit zu schaffen, zieht die NFL der Videowand-Schummelei nun den Stecker.
Ab sofort gilt: Alle Teams müssen bei Kicks dieselbe Weitwinkel-Perspektive zeigen, auf der alle 22 Spieler zu sehen sind – oder alternativ ein statisches Bild. Zudem müssen bei Kicks der Heim- und Gastmannschaft dieselben Einstellungen verwendet werden.
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