Seitdem geht es bergauf: Karaman-Gipfel veränderte bei Schalke alles Er geht bei Schalke 04 voran: Kapitän Kenan Karaman Als sich die Bosse vom FC Schalke 04 vor rund anderthalb Jahren auf Trainer-Suche befanden, ließen sie die Kandidaten quasi vollständig durchleuchten. Über Miron Muslic (44), den jetzigen Erfolgscoach, wurde sogar ein psychologisches Gutachten angefertigt.
So weit gehen die Verantwortlichen bei potenziellen neuen Spielern nicht. Und dennoch: Der Charakter spielt bei der Zusammenstellung des Kaders eine entscheidende Rolle – um das interne Vier-Typen-Prinzip zu erfüllen.
Die Chef-Etage um Sport-Boss Frank Baumann (50) hat sich zum Ziel gesetzt, den Kader nach vier Kategorien ausgewogen aufzustellen: dem dominanten, dem disziplinierten, dem kreativen sowie dem integrativen Typ. Während einige Profis vor allem ein Kriterium maßgeblich erfüllen, deckt ein Spieler gleich alle vier ab: Kapitän Kenan Karaman (32).
Er haut auf den Tisch, wenn es nötig ist. Er ist Vollblut-Profi, lässt keinen Schlendrian in der Kabine zu.
Er organisiert Teambuilding-Maßnahmen. Und er kümmert sich um jüngere Spieler sowie Neuzugänge.
Den wohl wichtigsten Dienst leistete er aber wohl im Frühjahr 2025 – als S04 sich im Tabellenkeller der zweiten Liga befand und man fürchten musste, dass der nach Mitgliederzahlen sechstgrößte Klub der Welt zu einem Fußball-Zwerg mutiert. Der Kapitän suchte zu dem Zeitpunkt das Gespräch mit Vorstandsboss Matthias Tillmann (42).
Die beiden saßen rund zweieinhalb Stunden zusammen. Karaman redete Tacheles.
Dass Schalke endlich wieder angreifen müsse. Dass die Mannschaft dafür jedoch ein neues Gesicht erhalten müsse.
Und ja: Dass es dafür einen neuen Trainer brauche. Wenige Wochen später war Kees van Wonderen (57) Geschichte in Gelsenkirchen.
Im Sommer trennte sich der Klub dann von mehr als zehn Spielern. Karamans Wunsch wurde erhört.
Es ging bergauf. In die erste Liga, in der die Mannschaft von Muslic mit vier Punkten nach drei Spielen stark gestartet ist.
Der jüngste 3:1-Sieg bei Union beweist: Die Zusammenstellung des Kaders ist geglückt, das Vier-Typen-Prinzip greift. ► Der dominante Typ: In dieser Kategorie ist Abwehrboss Nikola Katic (29) ganz oben gelistet.
Der Bosnier geht auf dem Rasen voran, notfalls hält er seinen Kopf gegen das Schussbein des Gegenspielers. Intern hat sein Wort Gewicht – auch, weil er bei Muslic extrem hohes Ansehen genießt.
Während der Weltmeisterschaft in diesem Sommer besuchte der Trainer ihn vor Ort in den USA, sprach ihm dort nochmals das volle Vertrauen aus. In Berlin gewann er 19 Zweikämpfe – Bestwert bei S04.
► Der disziplinierte Typ: Nicht ohne Grund wurde Ron Schallenberg (27) zum Kassenwart des Teamkontos ernannt.
Der Mittelfeldspieler gilt als extrem zuverlässig, wurde von Muslic zum Mitglied des Mannschaftsrates ernannt. In dieselbe Kategorie fällt auch Maximilian Wöber (28), der zuletzt von Leeds United kam.
Er ist kein Lautsprecher, in seiner Meinung aber sehr klar. ► Der kreative Typ: Taktische Anweisungen?
Okay, aber bitte nicht zu viele. Adil Aouchiche (24) ist genau ein solcher Spieler, der Freiheiten auf dem Platz genießt.
Im internen Ranking der Mannschaft, welcher Spieler der beste Techniker ist, rangiert der offensive Mittelfeldspieler auf Platz eins. Er soll für Überraschungsmomente sorgen.
Neben dem Platz zählen die Bosse auch Loris Karius (33) zu den kreativen Köpfen. Gilt es, mannschaftsintern etwas zu organisieren, wird in der Regel der Torhüter einbezogen.
Er hat fast immer eine Idee. ► Der integrative Typ: Er ist in Gelsenkirchen aufgewachsen, sein Vater arbeitete in der Zeche, in der Stadt kennt er fast jeden: Timo Becker (29).
Er lebt Schalke – und gibt diese Emotionen an die Mitspieler weiter. In der Kabine erzählt er vor allem den neuen Spielern immer wieder, was es bedeutet, für S04 zu spielen.
Becker ist Mr. Schalke – und Sinnbild für Schalkes vierte Typen-Kategorie.
Haben Sie Fehler entdeckt? Möchten Sie etwas kritisieren?
Dann schreiben Sie uns gerne!

