Neue DDR-Doku enthüllt: Falscher Fotograf machte sich an Sammer ran Matthias Sammer 1990 im Trikot von Dynamo Dresden Die letzten Geheimnisse des DDR-Fußballs werden enthüllt! Die neue ZDF-Doku „Go West!

Die letzte Elf der DDR“ von Christoph Eder und Markus Brauckmann (seit Freitag online beim ZDF zu sehen) dreht sich um die Zeit des Mauerfalls – und wie sich der deutsche Fußball danach komplett verändert hat. BILD hat vorab reingeschaut: Unter anderem wird verraten, mit welchen verrückten Tricks Manager-Legende Reiner Calmund (heute 77) die größten DDR-Stars zu Bayer Leverkusen lockte.

Rückblick auf das letzte Spiel der Qualifikation zur WM 1990. Der DDR-Auswahl von Coach Ede Geyer reicht am 15. November 1989 ein einziger Punkt in Wien, dann wäre man in Italien dabei. Doch am Ende verliert man 0:3 gegen Österreich (3x Toni Polster) und verpasst die erste Teilnahme seit 1974.

Diese Noten gab Calli den DDR-Stars

Im Hintergrund machen die Bundesliga-Teams nach der Maueröffnung Jagd auf die besten Fußballer des Ostens.

Viel ist nicht bekannt über die Spieler, ein ausgefeiltes Scoutingsystem gibt es noch nicht. Bei Leverkusen wird intern sogar ein Rankingsystem erstellt – mit Noten.

Ex-Spieler Norbert Ziegler, der für Calli damals als Scout arbeitete, erinnert sich: „Zehn ist Weltklasse und eins ist Kreisliga Süd. Wir nahmen erst mal einen Spieler: Der beste Stürmer ist der Rudi Völler.

9,0. Und dann war die Reihenfolge, wenn ich mich noch richtig erinnere, erst Andreas Thom, der hatte eine 8,5. Ulf Kirsten eine 8,0. Und Matthias Sammer eine 8,0. Und das waren die drei Besten.“

Calli schleust schlitzohrig einen Mitarbeiter von Bayer („Ein Ellenbogentyp“) als Fotograf ins Stadion in Wien. Der Auftrag: Besorg die Adressen der drei Spieler!

Dann passiert das: Sammer wird ausgewechselt, erzählt in der Doku staunend: „Wo ich dann Platz genommen habe, da war relativ viel Platz. Ich war ziemlich einsam in meinen Gedankengängen.

Plötzlich, bumm, bumm, bumm, sitzt da der Calli für Arme neben mir. Gleicher Dialekt, gleiche Schlitzohrigkeit, gleiche Mimik.“ Calli: „Wolfgang Karnath war bei uns A-Jugendbetreuer.

Aber mit allen Wassern gewaschen. Deswegen hab ich den auch für das Sonderkommando ausgesucht.“

Sammer berichtet: „Er stellte sich vor, sagte: ,Ich komme im Auftrag von Reiner Calmund.

Ich wollte nur sagen, dass Sie das wissen: Wir sind die Ersten und wir wollen Sie holen.’“ Ede Geyer, dem das gar nicht gefallen hat, sagt rückblickend: „Ich finde es erbärmlich. Das ist eine Machart, die waren wir einfach nicht gewöhnt.

Das ist so was Hinterlistiges, Gemeines, Niederträchtiges, das kann man nicht in Worte fassen. Das hat nichts mit Sport zu tun.“

Am Ende wechseln nur Thom und Kirsten zu Bayer, Sammer, der sich mit Leverkusen schon einig war, geht zum VfB Stuttgart – weil Bundeskanzler Helmut Kohl persönlich eingreift und den Transfer stoppt, damit Calmund nicht den Osten leerkauft, wie es später heißt.

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