Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) strebt nach fast 15 Jahren eine endgültige Lösung für die Regionalliga-Struktur an. Ein außerordentlicher Bundestag soll Ende 2026 oder Anfang 2027 eine Entscheidung treffen.
DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat das Kompass-Modell favorisiert, das die Regionalligen von fünf auf vier Staffeln reduzieren und so eine Professionalisierung fördern soll. Dafür ist jedoch eine Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich.
Durch interne Widerstände aus Regional- und Landesverbänden werden inzwischen zwei weitere Modelle vorbereitet, die auf der nächsten Präsidentenkonferenz vorgestellt werden sollen. Eine Variante sieht eine Erweiterung der 3.
Liga auf 22 Mannschaften mit fünf direkten Aufsteigern aus den Regionalligen vor. Dieses Modell benötigt nur eine einfache Mehrheit, da keine Satzungsänderung nötig wäre.
Die zweite Option ist die Wiedereinführung einer zweigleisigen vierten Liga zwischen der 3. Liga und den Regionalligen, eine Idee, die zuvor als zu einschneidend bewertet worden war.
Die Verbände wollen mit diesen Alternativen vor allem ihre eigenen Regionalligen, wie zum Beispiel die Regionalliga Bayern, erhalten. Die 20 Drittligisten lehnen allerdings eine Erweiterung der 3.
Liga ab, ebenso wie Neuendorf, der das Kompass-Modell aufgrund der Nachwuchsförderung bevorzugt. Der DFB betont, dass die Reform wichtig sei, um die Spielklassen zu professionalisieren und den Übergang zu Profisport und Nationalmannschaft zu verbessern.
Im Zuge der Debatten kam es auch zu Spannungen zwischen DFB-Vize Ronny Zimmermann und dem Präsidenten des Bayerischen Fußball-Verbandes, Christoph Kern. Bei der anstehenden Neuwahl im Süddeutschen Fußball-Verband könnte es deshalb zu einem Wechsel in der Führung kommen.
Insgesamt zeigt die Diskussion um die Regionalliga-Reform, wie komplex und umstritten die Zukunft der unteren Ligen im deutschen Fußball bleibt.
