Die Phase des günstigen Geldes ist in den USA vorbei: Die Zinsen für Staatsanleihen schnellen nach oben und erreichen teilweise Höchststände seit Jahrzehnten. Dies führt zu höheren Kreditkosten für Staaten, Unternehmen und Verbraucher.

Besonders in den USA verschärft sich die Situation, da die Staatsverschuldung mit mehr als 40 Billionen Dollar über 120 Prozent der Wirtschaftsleistung liegt. US-Präsident Donald Trump hatte während seiner Amtszeit Zinssenkungen gefordert, um die Wirtschaft und den Immobilienmarkt zu stärken.

Doch aktuelle Ereignisse, darunter der Iran-Konflikt, treiben die Energiepreise deutlich nach oben. Der Preis für Brent-Öl stieg um rund 30 Prozent auf mehr als 93 Dollar pro Barrel, was den Inflationsdruck erhöht.

Zusätzlich steigern Tech-Unternehmen in den USA ihre Schuldenaufnahme, indem sie Investitionen in Künstliche Intelligenz und Rechenzentren über Unternehmensanleihen in Höhe von etwa 220 Milliarden Dollar finanzieren. Dieses große Angebot an Anleihen konkurriert mit US-Staatsanleihen um Investoren und verschärft die Zinsentwicklung.

In Europa sind auch die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen auf ähnliche Niveaus wie zuletzt 2011 gestiegen, obwohl die Schuldenlast hierzulande deutlich geringer ist. Finanzexperten sehen die aktuelle Lage noch nicht als klassische Anleihenkrise, bemängeln aber fehlende Konzepte der Regierungen zur Begrenzung der Defizite.

Damit könnte die Ära besonders günstiger Kreditkosten bald zu Ende gehen.