Tschechien plant eine deutliche Aufrüstung seiner Streitkräfte aufgrund steigender Risiken für die Sicherheit Europas. Laut einem Verteidigungspapier, das bis 2045 reicht, wird ein Angriff auf Nato- und EU-Staaten ohne Vorwarnung als zunehmend wahrscheinlich eingeschätzt.
Als größte Bedrohung gilt Russland. Das Papier wurde vom Staatssicherheitsrat genehmigt und soll im Herbst von der Regierung beraten werden.
Die tschechische Verteidigung soll für einen langanhaltenden Konflikt mit einem technisch fortschrittlichen Gegner gestärkt werden. Geplant sind unter anderem neue Systeme zur Sicherheitsvorbereitung der Bevölkerung bis 2030, Weltraumaufklärung bis 2032 sowie die Anschaffung weiterer Waffen und Technik bis 2038.
Zudem sollen 24 F-35-Kampfflugzeuge und zwei modernisierte Brigaden die Truppen verstärken. Im Verteidigungspapier wird auch die mögliche Einbindung von Zivilisten mit relevanten Fachkenntnissen in den Militärdienst diskutiert.
Experten warnen, dass ein Konflikt bereits vor einer offiziellen Kriegserklärung beginnen könnte, da Gegner zunehmend zwischen Krieg und Frieden unterscheiden.
