Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat die AfD einen deutlichen Wahlsieg errungen und liegt mit fast 45 Prozent vorn. Die bisherigen Regierungsparteien CDU, SPD und FDP verloren massiv an Stimmen; die CDU halbierte ihr Ergebnis auf rund 18 Prozent, SPD und FDP erreichten jeweils nur noch schwache Anteile.
Ohne eine klare Mehrheit gestaltet sich die Regierungsbildung schwierig. Der amtierende Ministerpräsident Sven Schulze von der CDU bleibt vorerst im Amt, da die Landtagsabgeordneten noch keinen Ministerpräsidenten gewählt haben.
Die stärkste Fraktion, die AfD, besitzt das Vorschlagsrecht für die Wahl des Landtagspräsidenten, der als nächstes bestimmt wird. Für die Regierungsbildung ist offen, welche Parteien eine Koalition eingehen werden.
Die AfD könnte theoretisch alle Fraktionen einbeziehen, doch Linke, Grüne und SPD lehnten eine Zusammenarbeit ab. Das Bündnis Sahra Wagenknechts (BSW) ist knapp an der Fünf-Prozent-Hürde, eine Beteiligung gilt als unwahrscheinlich, zudem schloss die Spitzenkandidatin eine festgelegte Koalition mit der AfD aus.
Die bisherige „Deutschland-Koalition“ ist krachend gescheitert. Ohne neue Allianzen droht ein längeres politisches Stillstandsszenario oder sogar Neuwahlen, falls keine absolute Mehrheit für einen Ministerpräsidenten zustande kommt.
Sachsen-Anhalt hat ähnliche parlamentarische Durststrecken bereits erlebt, so wurde 2021 erst rund zwei Monate nach der Wahl der neue Ministerpräsident gewählt. Der Wahlsieg von Ulrich Siegmund von der AfD stellt die politische Landschaft vor große Herausforderungen.
