Der CDU-Bundeskanzler Friedrich Merz hat seine Wahlkampftour im Osten Deutschlands begonnen, wobei er auf erheblichen Gegenwind stieß. Bei einem Auftritt in Kühlungsborn, Mecklenburg-Vorpommern, störten Regen, dunkle Wolken und laute Proteste die Veranstaltung.
Merz wurde von Demonstranten als „Pinocchio“ und „Kriegstreiber“ beschimpft, und auf einem Plakat wurde sein Rücktritt gefordert. Obwohl einige Anhänger ihn unterstützten, blieb die Stimmung angespannt.
Merz suchte trotz der Widrigkeiten den Kontakt zu Bürgern, stärkte sich zwischendurch mit einem Fischbrötchen und ließ sich von der Situation nicht aus der Ruhe bringen. Auffällig war die geringe Unterstützung vor Ort: In Quedlinburg, der zweiten Station seiner Osttour, fehlten CDU-Mitglieder und sichtbare Wahlkampfplakate.
Auch der CDU-Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Sven Schulze, zeigte sich vorsichtig positiv, betonte aber die Herausforderungen angesichts der starken AfD, die in Umfragen im Land deutlich vorn liegt. Merz wiederholte seine Warnung an AfD-Wähler, dass Sachsen-Anhalt kein „Experimentierfeld für Wutbürger“ sein dürfe, und äußerte die Hoffnung auf ein gutes Wahlergebnis am kommenden Sonntag für die CDU.
Der Kurs der ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten, die sich in einigen politischen Fragen von der Bundespartei abgrenzen, reflektiert die Spannungen innerhalb der Partei. Insgesamt illustriert die Tour die Schwierigkeiten der CDU, insbesondere in Ostdeutschland, an Boden zu gewinnen.
